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8 unschlagbare Tipps, die jede Schwangere kennen sollte

Gute Tipps für Schwangere
Hilfreiche Tiopps für deine Schwangerschaft. / Bild © Finkes, Shutterstock.com

Begegnen dir auch manchmal Dinge, von denen du denkst „Hätte ich das nur früher gewusst“? In der Schwangerschaft gibt es so einige Hacks und Hilfen, die dir das Leben ungemein erleichtern können – wenn du sie kennst. Hier kommen die besten Tipps unserer Mami-Redaktion:

1. Bau dir ein Schwangerschafts-Cockpit

Termine bei der Frauenärztin, Hebammentermine, Anträge, Fragen, Kursbuchungen, Beschwerden, Baby-To-dos: In der Schwangerschaft sammelt sich schnell mehr Kleinkram an als erwartet. Und genau dieser Kleinkram macht müde.

Such dir deshalb einen festen Ort für alles, was mit Schwangerschaft zu tun hat: ein Notizbuch, eine Notiz-App, einen Kalenderordner oder eine geteilte Liste mit deiner Partnerin oder deinem Partner. Hauptsache, du musst nicht ständig überlegen: „Wo hatte ich das nochmal notiert?“

Praktisch sind zum Beispiel diese Rubriken:

  • Fragen für Ärztin, Arzt oder Hebamme
  • aktuelle Beschwerden und seit wann du sie hast
  • Medikamente oder Präparate, die du einnimmst
  • Termine und Fristen
  • Kursideen und Erstattungen
  • Dinge fürs Wochenbett
  • Wünsche und Grenzen für die Geburt

Extra-Tipp: Lege Vorsorge- und Hebammentermine, wenn möglich, immer auf denselben Wochentag oder in dasselbe Zeitfenster. Das macht die Woche planbarer und nimmt Druck aus dem Kopf. Nicht immer machbar, aber wenn es klappt: sehr angenehm.

2. Frag nach einem Sitzplatz – und zwar ohne schlechtes Gewissen

Viele Schwangere warten zu lange, bis sie um Hilfe bitten. Dabei ist es völlig okay, in Bus, Bahn, Wartezimmer oder Behörde freundlich zu sagen: „Ich bin schwanger, mir ist gerade nicht so gut. Könnte ich mich bitte setzen?“

Nein, Schwangerschaft ist rechtlich keine Krankheit und kein Freifahrtschein für alles. Du darfst nicht einfach auf Behindertenparkplätzen parken, dich ungefragt vordrängeln oder Verkehrsregeln ignorieren. Aber du darfst sehr wohl um Rücksicht bitten. Die meisten Menschen helfen gern, wenn sie merken, was los ist.

3. Hol dir Geld zurück: Kurse, Kassenleistungen und Bonusprogramme prüfen

Schwangerschaft kann teuer werden, aber nicht alles musst du selbst zahlen. Viele gesetzliche Krankenkassen bezuschussen zertifizierte Präventionskurse, zum Beispiel aus den Bereichen Bewegung, Entspannung oder Ernährung. Dazu kommen Leistungen rund um Geburtsvorbereitung und Rückbildung.

Wichtig ist aber: „Die Krankenkasse zahlt“ heißt nicht immer automatisch „kostenlos“. Oft gelten Bedingungen, zum Beispiel:

  • Der Kurs muss zertifiziert sein.
  • Du musst regelmäßig teilnehmen.
  • Die Höhe der Erstattung unterscheidet sich je nach Krankenkasse.
  • Manche Kurse werden direkt abgerechnet, andere erst nachträglich erstattet.
  • Partnerkurse, Onlinekurse oder Spezialangebote können abweichend geregelt sein.

Was sich lohnt: Logge dich einmal bei deiner Krankenkasse ein oder rufe dort an und frage konkret nach:

  1. Wie viele Präventionskurse bekomme ich pro Kalenderjahr bezuschusst?
  2. Welche Geburtsvorbereitungskurse werden übernommen?
  3. Wie ist Rückbildung geregelt?
  4. Gibt es ein Schwangerschafts- oder Bonusprogramm?
  5. Werden Partneranteile, Onlinekurse oder Zusatzangebote unterstützt?

Das klingt trocken, kann dir aber schnell mehrere hundert Euro sparen.

4. Mach deine Kleidung schwangerschaftstauglich, bevor du alles neu kaufst

Viele Schwangerschaftsklamotten trägst du nur drei, vier Monate – das lohnt den großen Shopping-Trip selten. Schau erst, was du bereits hast und zweckentfremden kannst.

Der bekannteste Trick: Ein altes elastisches Top wird zum kostenlosen Bauchband. Oberen Teil abschneiden, Stoffschlauch unter dem Shirt tragen – fertig. Hemden und Cardigans offen über engeren Basics funktionieren ähnlich gut und lassen sich später wieder normal tragen. Auch Oversize-Teile, die du ohnehin besitzt, kommen jetzt zu ihrem großen Moment.

Was sich wirklich neu lohnt: ein oder zwei Schwangerschafts-BHs, sobald die alten drücken – das ist kein Luxus, sondern eine Frage des täglichen Wohlbefindens. Und eine gute Umstandsleggings mit weichem Hochbund ist das eine Piece, das die meisten Schwangeren rückblickend schon früher gekauft hätten.

5. Medikamente gezielt prüfen und absprechen

Kopfschmerzen, Erkältung, Sodbrennen, Verstopfung: Auch Schwangere werden krank oder haben Beschwerden. Der Unterschied ist nur, dass der gewohnte Griff in die Hausapotheke nicht mehr automatisch eine gute Idee ist.

Eine sehr hilfreiche Anlaufstelle ist Embryotox. Dort findest du Informationen zu vielen Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit. Das kann dir helfen, die Warnhinweise aus Beipackzetteln besser einzuordnen und informierter mit Ärztin, Arzt, Hebamme oder Apotheke zu sprechen.

Wichtig: Nutze solche Informationen nicht als Freifahrtschein für Selbstmedikation. Gerade wenn du regelmäßig Medikamente nimmst, chronisch krank bist, starke Beschwerden hast oder unsicher bist, gehört die Entscheidung in fachliche Hände.

6. Bequem sitzen ist kein Luxus – dein Becken dankt es dir

Warum haben wirklich alle Hebammenpraxen Pezzibälle? Weil sie funktionieren.

Ein Gymnastikball entlastet den Beckenboden, verbessert die Sitzhaltung und hilft dir, den Rücken zu mobilisieren – besonders hilfreich, wenn du viel sitzt. In den Wehen kannst du dich darüber legen oder im Sitzen sanft wippen, was den Druck auf den Rücken lindert. Und nach der Geburt? Baby in die Trage, auf den Ball setzen, leicht hüpfen und das Kleine schläft, während du in Ruhe die nächste Folge deiner Serie schaust.

Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf TÜV- und GS-Prüfzeichen.

7. Plane nicht nur die Geburt, sondern auch die ersten zwei Wochen danach

An den ersten Tagen nach der Geburt zählt praktische Hilfe am meisten. Überleg dir vorher:

  • Wer darf wann zu Besuch kommen?
  • Wer bringt Essen oder kauft ein?
  • Wer kümmert sich um Geschwisterkinder oder Haustiere?
  • Wer ist deine Ansprechperson, wenn du weinst, Schmerzen hast oder überfordert bist?
  • Welche Nummern brauchst du griffbereit: Hebamme, Praxis, Klinik, Kinderarzt?
  • Welche Aufgaben kann dein Partner, deine Partnerin oder eine vertraute Person komplett übernehmen?

Ein guter Satz für Familie und Freunde: „Wir freuen uns über Hilfe. Am meisten helfen uns Essen, Einkäufe und kurze Besuche, bei denen wir nichts vorbereiten müssen.“

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8. Intimpflege: Weniger ist mehr

In der Schwangerschaft verändert sich der Körper, und auch Ausfluss kann mehr werden. Für die Intimpflege brauchst du in der Regel keine Spezialprodukte. Meist reicht es, die Vulva äußerlich mit Wasser zu reinigen. Parfümierte Produkte, aggressive Seifen, Intimdeos oder Vaginalspülungen können die empfindliche Haut reizen und die natürliche Flora durcheinanderbringen.

Was oft mehr bringt als ein neues Produkt:

  • atmungsaktive Baumwollunterwäsche
  • nasse Kleidung oder verschwitzte Wäsche wechseln
  • parfümierte Duschgele im Intimbereich vermeiden
  • nicht innen reinigen
  • bei Beschwerden nicht herumprobieren, sondern abklären lassen

Bitte melde dich bei Hebamme, Frauenarzt oder Frauenärztin, wenn Ausfluss unangenehm riecht, gelblich oder grünlich ist, Juckreiz, Brennen oder Schmerzen dazukommen oder du Blutungen hast. Infektionen sind in der Schwangerschaft nichts, was man „mal aussitzt“. Sie lassen sich oft gut behandeln, sollten aber richtig eingeordnet werden.

Fazit: Gute Tipps machen dich nicht zur Projektmanagerin deines Bauchs

Du musst in der Schwangerschaft nicht alles optimieren. Du brauchst keinen perfekten Kalender, keinen perfekten Kursplan, keine perfekte Morgenroutine und kein Bad voller Spezialprodukte. Was wirklich hilft, ist einfacher: Mach dir den Kopf frei, bitte früher um Unterstützung, prüfe Leistungen deiner Krankenkasse, geh bei Medikamenten und Beschwerden nicht nach Bauchgefühl allein – und kauf nur Dinge, die dir wirklich den Alltag erleichtern.

Quellen

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✔ Inhaltlich geprüft am 14.09.2023
Dieser Artikel wurde von Christine Müller geprüft. Wir nutzen für unsere Recherche nur vertrauenswürdige Quellen und legen diese auch offen. Mehr über unsere redaktionellen Grundsätze, wie wir unsere Inhalte regelmäßig prüfen und aktuell halten, erfährst du hier.

Veröffentlicht von Sibylle Grenz

Als Mutter eines quirligen Kleinkindes schreibt Sibylle leidenschaftlich gern über Erziehungsthemen, aber auch Themen aus der Schwangerschaft. Gemeinsam mit unserem Hebammen- und Pädagoginnen-Team arbeitet sie Fragen der babelli-Community auf und beantwortet sie fundiert und praxisnah.