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Was macht eigentlich eine Doula?

Eine Doula kümmert sich während der Geburt ausschließlich um die Schwangere und ergänzt so die Arbeit einer Hebamme. Seit etwa zehn Jahren gibt es sie auch in Deutschland. Aber wann ist das sinnvoll, was machen diese Geburtshelferinnen genau und wie viel kostet es? Deine Fragen beantwortet unser Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Doula unterstützt dich während der gesamten Geburt.
  • Sie ersetzt aber keine Hebamme.
  • Studien belegen, dass die Hilfe einer Doula die Geburt verkürzen und das Risiko für einen Eingriff verringern kann.
  • Die Leistungen musst du privat zahlen.
  • Manche Doulas bieten auch Nachbetreuung (nicht Nachsorge!) im Wochenbett an.

Eine Doula ist eine geburtserfahrene Frau, die nun andere Schwangere vor, während und nach der Geburt begleitet und für ihr Wohlbefinden sorgt. Sie hat im Regelfall keine medizinische Ausbildung und ersetzt deshalb keine Hebamme, sondern bietet eine wertvolle Ergänzung für deren Arbeit.

Was bedeutet Doula?

In deutschen Kliniken ist immer weniger Personal für immer mehr Geburten zuständig. Hebammen müssen mehrere Gebärende gleichzeitig betreuen müssen. Eine Doula schließt diese Lücke. Denn du kannst sie eigens für deine Geburt engagieren und sie bleibt die ganze Zeit dabei.

Ihr Fokus liegt darauf, dich liebevoll zu begleiten und zu stärken, damit du bereit bist, dein Kind selbstbestimmt und aus eigener Kraft zu gebären. Denn diese innere Sicherheit geht im hektischen Krankenhausalltag manchmal unter.

Doulas gibt es, seit es Menschen gibt.
Doula Kristina Bloedorn.

Schon immer haben erfahrene Frauen andere Frauen bei der Geburtsarbeit unterstützt, bis das Baby auf der Welt war. Als sich der Geburtsort aus dem eigenen Haus in die Kliniken verlagerte, rückten Gebärende und ihre Bedürfnisse immer mehr in den Hintergrund. Studien zeigten jedoch, dass sich die Zahl der medizinischen Eingriffe dadurch stark erhöhte und der Geburtsverlauf verlängerte.

Der Begriff selbst kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Dienerin“. Geprägt wurde er in den USA. Da es dort in den Krankenhäusern kaum Hebammen gibt, bezahlen viele Frauen Doulas als persönliche Geburtsbegleitung. Aber auch hier werden die Helferinnen als zusätzliche Unterstützung beliebter.

Ihre Aufgaben

Die Aufgaben einer Doula unterscheiden sich von den Aufgaben einer Hebamme, auch wenn es hier und da Überschneidungen gibt.

1. Sie berät vor der Geburt:

In ein paar Treffen vor der Geburt lernt ihr euch kennen. Im Gespräch findet die Doula heraus, worauf es euch ankommt und welche Sorgen euch plagen. Meist wird gemeinsam ein Geburtsplan erarbeitet. Wenn gewünscht, bietet dir die Doula Massagen an. Ab zwei Wochen vor der Geburt ist sie dann in ständiger Rufbereitschaft.

2. Sie begleitet während der Geburt:

Sobald die Wehen einsetzen (aber auch bei einer Einleitung) ist die Doula von Anfang bis Ende bei dir. Währenddessen tut sie alles, damit es dir gut geht. Sie achtet darauf, dass deine Wünsche und Bedürfnisse berücksichtigt werden. Sie unterstützt bei Positionswechseln und massiert, um die Geburtsschmerzen zu lindern. Wenn dein Partner ebenfalls bei der Geburt dabei ist, hilft sie auch ihm, mit den manchmal überwältigenden Eindrücken umzugehen.

3. Sie unterstützt dich nach der Geburt:

Wie lange die Doula der stolzen Mutter zur Verfügung steht, ist ganz unterschiedlich und hängt von der Vereinbarung ab. Meist gibt sie erste wichtige Hilfestellungen beim Stillen. Denn das klappt oft in den ersten Tagen nicht sofort von allein. Meist gibt es im Anschluss mindestens ein Gespräch, in der ihr über die Geburt sprecht, damit du diese möglichst gut verarbeiten kannst.

Wann eine Doula sinnvoll ist

Wenn du Erstgebärende bist und wie die meisten keine Beleghebamme hast, ist eine Doula eine super Ergänzung. Wenn du keinen oder keinen nervenstarken Partner an deiner Seite hast, kann sie dich ganz besonders gut auffangen.

Aber auch Frauen, die bereits geboren haben, wissen die liebevolle Hilfe einer erfahrenen Frau an ihrer Seite zu schätzen. Das gilt vor allem auch dann, wenn vorhergehende Geburtserfahrungen problematisch waren.

Laut einer Studienauswertung von 2013 sind Frauen, die zusätzlich zur Klinik-Hebamme eine Doula in Anspruch genommen haben, zufriedener mit dem Geburtsverlauf. Sie haben im Schnitt weniger Schmerzen, Angst oder Stress verspürt als ohne die durchgehende Begleitung einer erfahrenen Frau, die nicht zum überarbeiteten Klinikpersonal gehört.

Achtung: Doulas führen keine Geburten ohne Hebamme durch, da sie in der Regel nicht medizinisch geschult sind!

Wie finde ich eine gute Doula?

Es gibt im Moment noch nicht sehr viele Doulas, weil ihre Arbeit nur langsam bekannter wird. Und die, die es gibt, unterstützen manchmal nur wenige Geburten pro Jahr. Daher ist es wichtig, dass du schon früh mit der Suche beginnst.

Oft werden sie von Freundinnen empfohlen. Aber auch die Hebamme oder der Frauenarzt können einen Tipp geben. Manche Hebammen arbeiten sogar mit Doulas im Team.

Im Internet gibt es mehrere kleine Portale, über die du eine Doula in deiner Nähe ausfindig machen kannst:

Sie können, müssen aber nicht zertifiziert sein. Wichtig ist, dass sie mindestens 25 Jahre alt sind, selbst ein Kind geboren haben und in Rufbereitschaft gehen können.

Einige deutsche Doulas sind Mitglieder im Verein „Doulas in Deutschland e.V.“ und über den Verein zertifiziert, andere haben eine einschlägige Ausbildung bei der GfG (Gesellschaft für Geburtshilfe) absolviert. Wieder andere sind Krankenschwester oder Ähnliches von Beruf. Medizinische Vorkenntnisse spielen aber eher eine untergeordnete Rolle. Wichtiger sind zwischenmenschliche Stärken, Lebens- und Geburtserfahrung sowie Kenntnisse im Bereich Entspannungstechniken und frühes Bonding.

Was kostet ihre Hilfe?

Alle Doulas arbeiten bisher auf selbständiger Basis und bestimmen ihre Preise selbst. Durch die Rufbereitschaft und die kontinuierliche Betreuung während der Geburt fallen Kosten von mindestens 400 bis 500 Euro an. Kommen Zusatzleistungen hinzu, kann der Preis insgesamt auch deutlich höher ausfallen. Meist liegen die Kosten zwischen 500 und 1000 Euro.

Kläre vorher, welche Hilfe du in Anspruch nehmen möchtest, damit ihr einen Pauschalpreis vereinbaren könnt. Weder private noch gesetzliche Krankenkassen übernehmen bisher die Kosten.

Geburtskosten, die die Krankenkasse nicht übernimmt, kannst du als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung geltend machen. Wir haben jedoch leider keine Information dazu finden können, ob dies auch für Doula-Leistungen gilt. Daher besser vorher beim Finanzamt nachfragen. Vielleicht weiß auch die Doula genaueres.

Kritik der Hebammen

Dass sich Doulas immer mehr durchsetzen, sehen manche Hebammen eher kritisch. Dies liegt nicht daran, dass sie deren Arbeit nicht schätzen – denn Hebammen und Doulas verfolgen ja eigentlich dasselbe Ziel. Vielmehr sähen sie es lieber, wenn die Hebammenarbeit so bezahlt und versichert würde, dass sich wieder mehr Frauen zu diesem Beruf entschließen. Da Doulas privat bezahlt werden, können sich Krankenkassen nun leichter aus der Verantwortung stehlen.

Ob du das mit in deine Entscheidung einfließen lässt, ist aber dir überlassen.

Infofilm über Doulas in Deutschland

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