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Alleine machen! Wie du Eigenständigkeit & Selbstvertrauen in deinem Kind stärkst

Den Wunsch, eigenständig zu werden, tragen Kinder in sich. Ob im Spiel oder im Alltag – die Kindheit bietet einen großen Übungsplatz, um die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. „Alleine machen“ spielt dabei eine wichtige Rolle und hilft Kindern ihre Eigenständigkeit auszubilden. Und durch regelmäßige Erfolge beim Entwickeln neuer Fähigkeiten gewinnen sie Selbstwirksamkeit und Selbstvertrauen. Wenn wir Eltern ihnen dabei nicht im Weg stehen…

Jedes Kind kommt schon mit einem gewissen Maß an Entdeckergeist, Mut und Vertrauen in sich und die eigenen Fähigkeiten auf die Welt. Ob dein Kind eine besonders große oder eine eher kleine Portion von diesen Eigenschaften mit auf den Weg bekommen hat, ist bereits in seinen Charakter geschrieben.

Wir Erwachsenen lassen uns nämlich oft dazu hinreißen, ein Kind zu sehen und seine Charaktereigenschaften der vermeintlich guten oder schlechten Erziehung der Eltern zuzuschreiben. Oder wir klopfen uns selbst dafür auf die Schulter, dass unser Kind viel unkomplizierter als das vom Nachbarn ist.

Ganz so ist es nicht. Denn dein Kind kommt schon mit Persönlichkeitsmerkmalen auf die Welt. Manche Kinder haben ein großes Selbstvertrauen und andere sind eher schüchtern und zurückhaltend. Aber alle profitieren davon, wenn wir ihnen als Eltern Vertrauen schenken und sie darin unterstützen, selbstständiger zu werden – jedes in seinem eigenen Tempo.

Kinder möchten selbstständig sein

Eigenständigkeit brauchen wir unseren Kindern eigentlich nicht beibringen. Der Wille, sich neue Fähigkeiten anzueignen und sich in der Welt zurechtzufinden wohnt allen Kindern inne. Die Kindheit ist genau das: ständiges Lernen, um als Erwachsene irgendwann auf eigenen Beinen zu stehen.

Wie wir die Eigenständigkeit unserer Kinder hemmen

Doch statt unsere Kinder in ihrem Bestreben nach Selbstwirksamkeit zu unterstützen, stellen wir uns ihnen leider allzu oft in den Weg. Das ist übrigens ein typisches Phänomen der heutigen Rasenmäher-Eltern Generation.

  • Wir möchten nicht, dass unser Kleinkind das Waschpulver anfasst. Das ist schließlich pure Chemie. Am Ende landet noch alles auf dem Boden.
  • Das Messer ist viel zu scharf. Dein Kind könnte sich daran schneiden. Also verbieten wir es.
  • Und wenn dein Kind dir im Haushalt hilft, dauert es einfach ewig und am Ende ist das Chaos viel größer, als wenn du es alleine machst.
  • Außerdem kannst du es nicht mit ansehen, dass dein Kind sich abmüht und bietest deine Hilfe an, sobald es nicht weiterkommt.

Vorbereiten, statt verbieten

Damit unsere Kinder eigenständig werden und an ihren Erfolgen wachsen, sollten wir also zuerst mal unseren Blick dafür schulen, was unsere Kinder schon von ganz allein machen möchten.

Wir springen oft viel zu schnell ein mit einem „Nein, das ist zu gefährlich“ oder „Das ist nichts für Kinder“. Und natürlich sollte ein 3-Jähriger nicht unbeaufsichtigt mit einem großen, scharfen Messer herumhantieren. Was wir aber tun können, ist sein Interesse wahrzunehmen und ihm Schritt für Schritt beizubringen, wie er es benutzen kann.

Das könnte zum Beispiel so aussehen, dass er erst einmal mit einem Brotmesser Bananenscheiben für einen Obstsalat schneidet. Danach könnte er unter deiner Aufsicht anfangen, mit einem Gemüseschäler Mohrrüben zu schälen. Du könntest seine Hand führen, wenn er erstmalig mit einem scharfen Messer schneidet.

Jeder kleine Lernschritt baut auf den anderen auf. Auf diese Art hilfst du deinem Kind, sich Kompetenzen anzueignen und zu lernen.

Dein Kind zeigt dir, wofür es sich gerade interessiert

Wenn wir uns dem Lerneifer unserer Kinder immer wieder in den Weg stellen, weil wir vielleicht zu vorsichtig sind oder einfach keine Geduld haben, kann es passieren, dass ihre Interessen verkümmern. Das ist schade. Sind die Kinder dann größer, beschweren wir uns, dass sie nie im Haushalt helfen. Dabei haben sie doch in der frühen Kindheit schon gelernt, dass ihre Hilfe gar nicht erwünscht ist.

Deshalb: Nimm dir lieber jetzt die Zeit, deinem Kind die Dinge beizubringen, für die es sich interessiert. Es ist eine langfristige Investition, die sich auszahlt. Denn mit der Zeit wird dein Kind immer eigenständiger. Es lernt, dass es selbstständig etwas bewirken kann und schöpft daraus Selbstvertrauen.

Wenn dein Kind wenig Interessen zeigt

Wir hatten anfänglich beschrieben, dass unsere Kinder alle ganz unterschiedlich sind. Manche Kinder möchte schon sehr früh ganz viel alleine machen. Andere zeigen nur wenig Interessen und lassen lieber Mama machen. Das ist auch völlig ok. Oft haben diese Kinder andere Interessen und Felder, in denen sie sich ausprobieren. 

Trotzdem profitieren auch sie davon, sich als selbstwirksam zu erleben. Damit dein Kind Erfolge erlebt, kannst du ihm immer wieder kleine Aufgaben geben, die seine Eigenständigkeit und sein Selbstvertrauen fördern. Formuliere es am besten so, dass du die Hilfe deines Kindes brauchst. Die meisten Kinder lieben es zu helfen (wenn du sie dabei nicht gerade im Spiel unterbrichst).

Wichtig ist, dass die Aufgaben einerseits herausfordernd, aber nicht zu schwierig sind. Die meisten Kleinkinder sind beispielsweise in der Lage, einen Tisch zu decken. Erwarte nur nicht, dass jeder Teller und jedes Besteck ordentlich an seinem Platz liegen. Freue dich einfach darüber, wenn irgendetwas von dem Geschirr tatsächlich auf dem Tisch landet.

Fazit

Du brauchst gar nicht so viel zu tun, damit dein Kind Eigenständigkeit erlernt. Das wichtigste ist, dass du es nicht daran hinderst, indem du zu viel verbietest und selbst machst. Beobachte dein Kind genau und unterstütze es in seinen Interessen.

Die meisten Kinder möchten Dinge selbst machen und werden das auch zeigen. Solche Interessen kommen oft phasenweise. Mal möchte ein Kind viel im Haushalt helfen, mal möchte es einfach nur spielen.

Je mehr dein Kind aus eigenem Antrieb heraus selbst machen darf, desto mehr Vertrauen in sich und seine Fähigkeit zu lernen wird es erlangen.

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