Die Geburt deines Babys soll für dich ein unvergessliches Erlebnis sein. Das Gefühl, endlich den Nachwuchs in den Armen zu halten, ist unbeschreiblich. Doch wie du diesen Weg dorthin gehst, hängt ganz von deiner Entscheidung für einen Geburtsort ab. Dabei hast du die Wahl zwischen drei Möglichkeiten: Geburtshaus, Hausgeburt oder Krankenhaus.
Das Wichtigste in Kürze
- Nach dem 1. Trimester ist es sinnvoll, sich Gedanken über den Geburtsort zu machen und die Optionen in Ruhe zu vergleichen.
- Hausgeburt: sehr vertraut und selbstbestimmt, aber Hebammensuche schwierig, eingeschränkte Schmerztherapie und längere Wege bei Notfällen, dazu Kosten.
- Geburtshaus: ruhige, private Atmosphäre mit vertrauter Hebamme; nur für risikoarme Schwangerschaften, keine PDA möglich, evtl. Zusatzkosten.
- Klinikgeburt: höchste medizinische Sicherheit und Schmerztherapie möglich; heute oft mehr Selbstbestimmung als früher, z. B. durch moderne Kreißsäle oder hebammengeführte Angebote.
- Besichtigungen, Gespräche mit Hebammen und persönliche Erfahrungsberichte helfen, eine gut informierte und stimmige Entscheidung zu treffen.
Eine schwere Entscheidung – wo soll ich entbinden?
Hast du den positiven Schwangerschaftstest in der Hand, verschwendest du vermutlich noch keinen Gedanken darüber, wo du gerne entbinden möchtest. Nach dem ersten Trimester der Schwangerschaft ist es jedoch empfehlenswert, sich zumindest Gedanken darüber zu machen, welche der Möglichkeiten für dich interessant sein könnte.
Hast du eine komplikationslose Schwangerschaft, stehen dir drei Möglichkeiten für die Geburt offen. Du kannst dich für eine Hausgeburt, eine Geburt im Geburtshaus oder die Entbindung in der Klinik entscheiden. Alle drei Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Im Folgenden geben wir dir einen Überblick und leiten dich weiter zu Artikeln, die noch mehr Informationen für dich bereit halten.

1. Die Entscheidung für die Hausgeburt
Die Entscheidung für eine Hausgeburt ist oft eine Herzensentscheidung. Viele wünschen sich, ihr Baby in vertrauter Umgebung und möglichst selbstbestimmt willkommen zu heißen. Mit einer erfahrenen Hebamme an deiner Seite kann eine Hausgeburt ein sehr intensives und schönes Erlebnis sein. Allerdings ist die Suche nach einer betreuenden Hebamme heute oft schwierig, da nur noch wenige Hausgeburten begleiten.
Verläuft deine Schwangerschaft komplikationslos und findest du eine passende Hebamme, bietet die Hausgeburt die Möglichkeit, dein Baby in Ruhe und in deiner gewohnten Umgebung zu empfangen.
Gleichzeitig gibt es Einschränkungen: Bei Komplikationen dauert medizinische Hilfe länger als in der Klinik, auch wenn Hebammen Risiken gut einschätzen können. Eine PDA ist bei einer Hausgeburt nicht möglich, es gibt jedoch alternative Methoden zur Schmerzlinderung. In einem ausführlichen Vorgespräch wirst du über Chancen und Risiken aufgeklärt.
Tipp: Umfangreiche Informationen und Statistiken zur Sicherheit außerklinischer Geburten findest du bei quag.de.
2. Die Entscheidung für das Geburtshaus
Ein Geburtshaus bietet eine sehr private, ruhige Atmosphäre und wird meist von Hebammen geleitet. Durch ihr gutes Netzwerk mit Ärzten und Ärztinnen der Region ist auch hier eine sichere Betreuung gewährleistet.
Die Räume sind wohnlich gestaltet und bieten viele Möglichkeiten für eine selbstbestimmte Geburt, etwa mit Gebärstuhl, Wanne oder Seil. Du kannst frei wählen, in welcher Position du gebären möchtest.
Ein großer Vorteil ist die vertraute Begleitung durch „deine“ Hebamme, mit der du dich oft schon aus der Schwangerschaft gut kennst. Schichtwechsel oder ständig wechselndes Personal gibt es nicht.
Einschränkungen bestehen bei medizinischen Eingriffen: Eine PDA ist im Geburtshaus nicht möglich, und bei Komplikationen erfolgt eine Verlegung in die Klinik. Deshalb werden dort nur risikoarme Schwangerschaften begleitet.
Zusätzlich solltest du die Kosten beachten: Die Rufbereitschaftspauschale der Hebamme wird von vielen Krankenkassen nur teilweise oder gar nicht übernommen. Eine frühzeitige Klärung lohnt sich daher.
3. Die Entscheidung für die Klinikgeburt
Für viele werdende Eltern ist eine Klinikgeburt die sicherste Wahl, da medizinisches Fachpersonal jederzeit verfügbar ist und verschiedene Möglichkeiten zur Schmerzlinderung bestehen.
Gleichzeitig fragen sich viele, wie selbstbestimmt eine Geburt im Krankenhaus sein kann. In den letzten Jahren hat sich hier jedoch viel verändert: Moderne Kreißsäle bieten heute neben dem Geburtsbett auch Wannen, Seile oder Hocker, sodass du in unterschiedlichen Positionen gebären kannst.
Manche Kliniken haben zudem einen hebammengeführten Kreißsaal, bei dem Ärzte oder Ärztinnen nur im Notfall dazukommen – ähnlich wie im Geburtshaus. Dennoch kann es je nach Auslastung auch einmal unruhiger werden.
Hast du besondere Wünsche, kannst du diese in einem Vorgespräch und in einem Geburtsplan festhalten. Dieser hilft den Hebammen, dich nach Möglichkeit so zu begleiten, wie es für dich stimmig ist.
Nimm dir Zeit für die Suche
Bist du unsicher, welcher Geburtsort und welche Variante für dich richtig sind, kannst du in aller Ruhe die verschiedenen Angebote ansehen und dir ein Bild machen. Sowohl Kliniken als auch Geburtshäuser ermöglichen es in der Regel, den Kreißsaal zu besichtigen. Hier kannst du mit den Hebammen ins Gespräch kommen und ein Gefühl dafür bekommen, ob du dir eine Geburt vor Ort vorstellen kannst.
Die Besichtigungen kannst du bereits im zweiten Trimester durchführen. Das erleichtert dir die Entscheidung und du hast noch ausreichend Zeit, um dir Gedanken darüber zu machen, wo du entbinden möchtest.
Nutze ruhig auch die Erfahrungsberichte aus dem Freundeskreis. Die subjektiven Empfindungen von Menschen, die dir wichtig sind, können das Zünglein an der Waage sein, wenn es um eine endgültige Entscheidung geht.
Quellen
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Geburtsort:
https://www.familienplanung.de/schwangerschaft/geburt/geburtsort/ (abgerufen am 17.9.2017) - Berufsverband der Frauenärzte: Hausgeburt – Risiken erhöht:
https://www.frauenaerzte-im-netz.de/aktuelles/meldung/hausgeburt-risiken-erhoeht/ (abgerufen am 17.9.2017) - Jana Friedrich: Das Geheimnis einer schönen Geburt
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CreateSpace Independent Publishing Platform (31. März 2017) - Birgit Gebauer-Sesterhenn & Dr. Med. Thomas Villinger:
Schwangerschaft und Geburt (GU Große Ratgeber Kinder)
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