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Übungswehen oder echte Wehen? So erkennst du es!

Inhaltlich geprüft von Hebamme Christine Müller.

Übungswehen können Schwangere ganz schön verunsichern. Doch diese Vorwehen sind so harmlos wie nützlich. Wie sie sich anfühlen, erfährst du jetzt. Und auch, wie du sie von Senkwehen oder echten Wehen unterscheiden kannst.

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Maria sitzt am Büroschreibtisch. Noch stößt ihr Schwangerschaftsbäuchlein nicht an die Tischkante, ein Glück. Es ist Mittagszeit. Wie immer werden ihr langsam die Beine schwer. Die Schuhe hat sie schon ausgezogen. Egal, noch die eine E-Mail, dann geht es nach draußen zur Mittagsrunde. Aber aua! Ein Ziehen und ihr Bauch wird hart. Jetzt ist es wieder weg. Was war das, etwa eine Wehe? Jetzt schon? Sie ist doch noch nicht mal im dritten Trimester!?

Was sind Übungswehen?

Übungswehen sind das Workout-Programm deines Körpers. Das Trainingsziel: eine kräftige Gebärmutter zur Geburt. Es beginnt frühestens um die 20. Schwangerschaftswoche mit gelegentlichen Kontraktionen in Teilen des Uterus, die du kaum spürst. Wenn sich die Muskulatur zusammenzieht, werden Plazenta und damit auch dein Kind besser durchblutet. Mit jedem Mal werden die Muskeln stärker. Wie beim Hanteltraining quasi.

Je mehr Wochen vergehen, desto deutlicher kannst du die Übungswehen wahrnehmen. Vor allem abends, wenn du zur Ruhe kommst. Jetzt kann sich der ganze Uterus zusammenziehen. Ob und wie sehr du die Trainingseinheiten spürst, hängt von deinem persönlichen Schmerzempfinden ab. Manche Frauen merken gar nichts davon, und das ist auch okay.

Wie fühlen sich Übungswehen an?

Übungswehen, auch Vorwehen genannt, nehmen Frauen ganz unterschiedlich wahr. Die meisten berichten, dass ihr Bauch kurz hart wird. Andere spüren ein leichtes Ziehen, das sich ein wenig wie Menstruationsschmerzen anfühlt. Nur wenige empfinden sie als wirklich schmerzhaft.

Wie oft Übungswehen anrollen, ist ebenfalls ganz verschieden. Manchmal kannst du bis zu drei pro Stunde spüren, dann ist wieder stundenlang oder gar tagelang Pause. Zehn Übungswehen am Tag sind noch im Rahmen.

Wochen vor der Geburt können Übungswehen in Senkwehen übergehen. Der Bauch zieht nach unten. Das spürst du deutlich und erkennst es sogar an deiner Silhouette. Auch die Senkwehen gehören noch zu den Vorwehen, weil sie den Muttermund nicht öffnen. Manche Frauen spüren Senkwehen schon ab der 36. SSW, andere erst kurz vor der Geburt. Vor allem dann, wenn sie schon ein Kind geboren haben.

Übungswehen von Senkwehen oder echten Wehen unterscheiden

Du möchtest alle Wehenarten unterscheiden lernen? Den einzelnen Wehentypen haben wir bereits einen ganzen Artikel gewidmet. Eine kürzere Übersicht findest du in der Tabelle hier:

ÜbungswehenSenkwehenEchte Wehen
ab der 20. SSW möglich,
meist ab der 25. SSW ganz leicht,
ab der 32. stärker
ab der 36. SSW,
manchmal erst kurz vor der Geburt
38. - 42. SSW (außer Frühwehen)
wenig bis gar nicht schmerzhaftetwas schmerzhaftsehr schmerzhaft
müssen nicht veratmet werdenmüssen nicht veratmet werdenmüssen veratmet werden
leichtes Ziehen, Bauch wird evtl. harteventuell schmerzhaftes Ziehen, das ausstrahlt, und Spannungsgefühlvon Schambein oder Rücken ausgehender Schmerz
unregelmäßig, mit größeren Pausenunregelmäßig, mit größeren Pausenregelmäßig, kürzer werdende Pausen, Intensität nimmt zu
nicht muttermundwirksamnicht muttermundwirksammuttermundwirksam
keine Begleitsymptomeabgesenkter Bauch, stärkerer Harndrang, wieder mehr Luft zum atmen, weniger SodbrennenEventuell Übelkeit oder Durchfall, weniger Kindsbewegungen, möglicherweise Propfabgang, evtl. mit leichten Blutungen

Der Badewannentrick

Wenn du eine Badewanne hast, bist du gut dran. Denn Wärme hilft, um Übungswehen bzw. Vorwehen von echten Geburtswehen zu unterscheiden. Während warmes Wasser Vorwehen lindert, verstärken sich Geburtswehen in der Wanne.

Aber bitte bade nicht, wenn du allein in der Wohnung bist. Denn die Wärme kann deine Blutgefäße erweitern und dein Babybäuchlein auf die große Hohlvene an deiner Wirbelsäule drücken. Mögliche Folge: Kreislaufprobleme, sobald du aufstehst. Und einen Sturz im Badezimmer braucht jetzt wirklich keiner, oder? Wenn keine helfende Hand verfügbar ist, versuch es statt Wanne mit einer warmen Dusche oder Wärmflasche.

Wann bei Übungswehen ins Krankenhaus?

Drei Übungswehen pro Stunde sind normal. Mehr als zehn am Tag sollten es aber nicht sein. Liegst du drüber? Dann könnte es sich tatsächlich um vorzeitige Wehen handeln. Ein CTG bringt dir jetzt Klarheit. Hebamme oder Frauenärztin werden dir weiterhelfen.

Immer zum Arzt oder sogar ins Krankenhaus musst du, wenn zu den Wehen noch andere Symptome kommen. Vor allem starke Schmerzen, die sich nicht durch Wärme lindern lassen, Kreislaufprobleme oder gar Blutungen sind deutliche Warnzeichen.

Aber selbst wenn du dich einfach nur unwohl fühlst: höre auf deine innere Stimme! Sie wird dich leiten. Schwangere, die sich Sorgen machen, wird keine Praxis abweisen.

Keine Übungswehen: ist das normal?

Manche Frauen bekommen von den Übungswehen nichts mit. Die Glücklichen! Aber nur weil du von den Uterus-Bewegungen nichts merkst, heißt das nicht, dass sich nichts tut. Entweder nimmst du Schmerzen einfach nicht so stark wahr wie andere oder du bist einfach zu abgelenkt vom täglichen Hamsterrad. Vielleicht sieht es in einer Woche schon ganz anders aus.

Mach dir also keinen Kopf. Und wenn doch, frag deine Hebamme oder Frauenärztin, was sie dazu meint.

Hast du noch eine Frage zu Übungswehen in der Schwangerschaft? Oder willst du deine Erfahrungen teilen? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

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