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Warum Babys mit Rhythmus leichter lernen + Ideen

Kommunikation mit dem Baby über Lieder, Melodien und Rituale
Musik kennt kein Alter (und keine Grenzen). / Bild © eggeeggjiew, Adobe Stock

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Babys lieben Wiederholungen – nicht ohne Grund! Wie dein Kind von Liedern, Melodien, Reimen und Ritualen profitiert, erklären wir hier. Dazu gibt es Tipps, wie du all das ganz natürlich in euren Babyalltag einbauen kannst.

Das ganze Leben besteht aus Rhythmus

Eine Studie zum Spracherwerb konnte jüngst belegen, dass Babys den Rhythmus der Muttersprache viel früher erkennen als gesprochene Laute wie “Ma-ma”, nämlich schon mit zwei Monaten statt im zweiten Lebenshalbjahr. Die Sprachmelodie der Muttersprache scheinen Babys laut Prof. Dr. Kathleen Wermke sogar bereits vor der Geburt zu verinnerlichen.

Schon allein deswegen sind Kinderlieder intuitiv so aufgebaut: simple, wiederkehrende Reime in kurzen Strophen, immer dem gleichen Versmaß folgend, zu einfachen Melodien – meist in der Grundtonleiter C-Dur und im Viervierteltakt, den nahezu jeder mitklatschen kann.

Was erst einmal nicht wie eine weltbewegende Erkenntnis scheint, hat einen ganz wichtigen Kern. Denn die Sache mit dem Rhythmus gilt nicht nur fürs Sprechenlernen. Sie betrifft auch ganz viele andere Bereiche der kindlichen Entwicklung: die Wahrnehmung ebenso wie Fein- und Grobmotorik. Denn Kinder (wie auch Erwachsene) lernen am besten durch viele, viele Wiederholungen und ständigen Austausch mit ihrer Umgebung. Das können Eltern für sich und ihr Kind nutzen. 

Klingt kompliziert? Ist es gar nicht. Du brauchst nämlich kein ausgefeiltes, frühkindliches Förderkonzept, sondern nur ein paar babygerechte Ideen für Beats, Melodien, Lieder und Reime ebenso wie einfache Rituale, die du am besten zusammen mit deinem Kind zelebrierst. Nicht über Tablet, Handy und Spielzeuge, sondern am besten selbstgemacht. Denn deine Stimme, deine Mimik und Gestik, deine Berührungen können Medien nicht ersetzen.

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Welche Lieder, Melodien und Reime sind für Babys geeignet?

Es gibt eine Vielzahl von Liedern und Melodien, die zum rhythmischen Kommunizieren mit deinem Baby ideal sind:

  1. Kinderlieder wie „Alle meine Entchen“ oder „Hänschen klein“ sind leicht zu merken und fördern die Sprachentwicklung. Dein Baby erkennt es nach wenigen Malen voller Freude wieder und irgendwann wird es erste Wörter mitsingen. Du kannst dir auch eigene Lieder oder Reime ausdenken und so ein ganz persönliches Erlebnis schaffen, das euch verbindet.
  2. Interaktive Lieder mit begleitenden Bewegungen wie bei „Hoppe, hoppe Reiter“ oder „Liebe, liebe Sonne“ (übrigens dieselbe Melodie) fördern die motorische Entwicklung und stärken eure Bindung.
  3. Es geht auch ohne Melodie. Wie wäre es mit ein paar einfachen Fingerspielen wie „Zehn kleine Zappelfinger“, zu denen deine Finger (und später die deines Kindes) turnen können? 
  4. Aufnahmen von Naturgeräuschen (oder die echten natürlich) können Babys beruhigen. Aber nicht nur das. Sie können auch ihre Sinne schärfen. Nämlich dann, wenn du zusammen mit dem Baby lauschst und es zum Beispiel auf das Piepen eines Vogels hinweist oder den Regen nachahmst. So bleibt ihr in Kontakt.
  5. Jede Art von selbstgemachter Musik, bei der dein Kind mitwirken kann. Dazu gehört schon das ausgiebige Beklopfen eines Topfes mit einem Holzlöffel.

Beobachte die Reaktion deines Babys auf deine Angebote. Es wird dir zeigen, welche ihm gefallen und welche nicht. Und wer weiß, vielleicht begeistert es sich am meisten für deine eigenen Lieblingssongs, wenn du mit ihm dazu tanzt und singst.

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Welche Rituale sind für Babys sinnvoll?

Auch wenn Babys erst nach und nach einen Tages- und Nachtrhythmus entwickeln: Kleine Rituale geben ihm Sicherheit, weil sie den Alltag ein wenig vorhersehbarer machen. Ganz davon abgesehen sind sie eine prima Gelegenheit, dich ganz deinem Baby zu widmen. Auch hier gilt, je jünger das Baby, desto einfacher sollte der Ablauf sein. Und er darf sich jederzeit an eure Bedürfnisse anpassen. Hier sind ein paar Vorschläge für schöne, babygerechte Routinen, die auch gern ineinander übergehen dürfen:

Abends: Licht dimmen, Baby baden, füttern, kuscheln und vorlesen

Beim Füttern: Brust oder Flasche geben, Wange streicheln, Füßchen massieren, aufstoßen lassen, kuscheln

Auf dem Wickeltisch: unter der Wärmelampe frei strampeln lassen und miteinander sprechen, Baby-Massage (auch die ist rhythmisch), Windel anlegen, wieder anziehen, Küsschen geben

Beim Baden: entkleiden, mit den Füßchen voran langsam eintauchen, Lied singen und dabei einzelne Körperteile mit Wasser begießen, herausnehmen und einkuscheln, eincremen

Zum gemeinsamen Spielen: ganz dicht beieinander sein, dein Gesicht begutachten lassen, Fingerspiele machen, gemeinsam lachen, Baby tragen


Tipps für Eltern

Wir wären nicht babelli, wenn wir nicht ein paar zusätzliche Tipps – von Eltern für Eltern – für dich hätten. Wir versprechen aber, dass wir uns kurz halten:

  1. Ruhige Atmosphäre
    Wenn dein Baby zwischendurch immer mal wieder zur Ruhe kommen kann, genießt es kleine Rituale möglicherweise mehr, als wenn es völlig überreizt ist. Auch wenn es bei euch eher trubelig zugeht: Vielleicht kannst du trotzdem an ein paar Schrauben drehen und das Ganze etwas reizärmer gestalten?
  2. Passender Zeitpunkt
    Babymassage vor dem Stillen? Mit hungrigem Bauch vielleicht keine so gute Idee. Völlig übermüdet noch baden? Auch das vielleicht lieber nicht. Bei Ritualen ist das Timing sehr wichtig. Ist es für heute zu spät für das Lieblingsritual, dann ist das eben so.
  3. Freiwilligkeit
    Was wir uns für unsere Kids ausdenken, muss ihnen noch lange nicht gefallen. So gibt es Babys, die Massagen oder Baden eher nicht so toll finden. Dann einfach sein lassen beziehungsweise anders lösen.
  4. Intuition
    Du musst kein ausgefeiltes Programm anbieten. Es reicht auch, wenn du in eure gemeinsamen Tage bewusst oder unbewusst Lieder, Spiele (und Streicheleinheiten) einbaust, wo sie eben passen. Dein Baby wird dir signalisieren, was es besonders gern mag und wann. Davon dann einfach mehr und fertig ist das Babyglück.
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Hier bekommst du noch mehr Anregungen

Möchtest du noch mehr Ideen für den rhythmischen Austausch mit deinem Baby? Es gibt Bücher, die tolle Spielideen bereithalten wie dieses von Anne Pulkkinen*. Auch Kurse, die solche Spiele beinhalten, wie beispielsweise PEKiP findest du online. Die meisten Anregungen bekamen wir persönlich jedoch in Krabbelgruppen – vor allem in solchen, die angeleitet wurden. Du findest sie in Gemeindezentren oder in Familienzentren. Sie sind ein toller Ort, um sich mit anderen Eltern und Fachkräften wie Pädagogen oder Hebammen auszutauschen und damit der ultimative Tipp gegen weitverbreitete Einsamkeit in der Elternzeit. In der Gruppe machen auch viele Babyspiele einfach mehr Spaß. Klare Empfehlung also von uns! Wenn es bei euch noch keine Krabbelgruppe gibt, kannst du vielleicht selbst eine gründen? Die App Momunity kann dabei helfen, Gleichgesinnte zu finden.

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Quellen

✔ Inhaltlich geprüft am 27.02.2024
Dieser Artikel wurde von Emely Hoppe geprüft. Wir nutzen für unsere Recherche nur vertrauenswürdige Quellen und legen diese auch offen. Mehr über unsere redaktionellen Grundsätze, wie wir unsere Inhalte regelmäßig prüfen und aktuell halten, erfährst du hier.

Veröffentlicht von Anke Modeß

Als waschechte Berlinerin und späte Mutter eines Schulkindes schreibt Anke seit 7 Jahren über Themen, die Babyeltern im Alltag beschäftigen - am allerliebsten mit einer Prise Humor.

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