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Kopfverformungen bei Neugeborenen

Kopfdeformation nach der Geburt: Das ist jetzt wichtig

Inhaltlich geprüft von Hebamme Emely Hoppe.

Auch wenn uns viele Filme das Gegenteil weismachen wollen: Neu­ge­bo­re­ne se­hen nicht wie Bil­der­buch­ba­bys aus. Sie sind schmierig, schrumpelig und haben häufig einen seltsam schiefen Kopf. Wir erklären dir, weshalb eine Kopfdeformation nach der Geburt normal ist und worauf du achten solltest, wenn dein Baby mit einem verformten Köpfchen auf die Welt gekommen ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kopfverformungen entstehen durch den Druck auf das Köpfchen des Babys, der während der Geburt entsteht.
  • Da die Schädelknochen eines Babys weich und verformbar sind, geben sie dem Druck nach.
  • Dass sich die Schädelknochen verschieben, ist wichtig. Anders würde das Köpfchen nicht durch den Geburtskanal passen.
  • Verformungen, die während der Geburt entstehen, sind meist harmlos und verursachen keine Schmerzen.
  • Die Verformungen bilden sich normalerweise in den ersten Lebenstagen zurück.
  • Kopfdeformationen, die aus einer Geburtsverletzung resultieren, verschwinden nicht so schnell. Teilweise können sie zu Komplikationen führen.
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Ursache: Wie entsteht eine Kopfdeformation?

Die Schädelknochen eines Babys sind weich und verformbar. Das hat die Natur so eingerichtet. Anders könnte der Kopf den schmalen Geburtskanal nicht passieren. Das Köpfchen passt sich bei der Geburt also dem Geburtskanal an. Die weichen Schädelknochen schieben sich übereinander und drücken sich unter anderem am Beckenknochen der Mutter vorbei. Bei dieser „Reise“ durch den Geburtskanal kann es zu einer Deformation am Köpfchen des Babys kommen.

Besonders Babys, die mit der Saug­glo­cke oder der Geburtszange zur Welt kommen, weisen Kopfdeformationen auf. Solche Verformungen sind meist harmlos. Sie verursachen keine Schmerzen und sollten innerhalb der ersten Lebenstage von selbst verschwinden.

Eine Kopfverformung ist keine Verletzung. Es ist eine normale Veränderung der Kopfform des Babys, die durch den Druck auf den Kopf während der Geburt entsteht.

Es gibt aber auch Deformationen, die langwieriger und teils gefährlich sein können. Dann handelt es sich nicht um eine normale Veränderung der Kopfform durch die Geburt, sondern um eine Geburtsverletzung. Auch Geburtsverletzungen treten aufgrund der natürlichen Krafteinwirkung während der Wehen und der Entbindung auf. Im Gegensatz zu normalen Deformationen bergen sie jedoch Risiken.

Diese Deformationen resultieren aus Geburtsverletzungen:

  • Caput succedaneum: Bei einem Caput succedaneum handelt es sich um eine Geburtsgeschwulst. Die Geburtsgeschwulst entsteht durch den Druck auf den Kopf des Babys beim Durchtritt durch den Geburtskanal. Der anhaltende Druck bewirkt, dass sich Blut in der Haut und im Zellgewebe ansammelt. Es bildet sich ein Ödem, das kreis­rund und deut­lich über das Schä­del­ni­veau er­ha­ben ist. Keine Sorge, das Caput succedaneum ist eine leichtere Form der Geburtsverletzung. Es heilt innerhalb weniger Tage von allein. Eine Behandlung ist nicht notwendig.
  • Kephalhämatom: Von einem Kephalhämatom ist die Rede, wenn der Kopf des Babys eine längliche Beule am Hinterkopf aufweist. Eine solche Geburtsbeule ist im Grunde ein Bluterguss, also eine Blutansammlung unter der Knochenhaut. Der Bluterguss entsteht, wenn unter der Geburt kleine Blutgefäße reißen. Kephalhämatome treten bei etwa 2 Prozent aller Spontangeburten, 10 Prozent aller Saugglockengeburten und 4 Prozent aller Zangengeburten auf. Sie verschwinden normalerweise von selbst und müssen so gut wie nie behandelt werden. Bis sie vollständig verschwunden sind, kann es aber mehrere Wochen dauern. Es kommt vor, dass ein Teil des Blutes verkalkt. Dann entsteht ein harter Knoten in der Kopfhaut. Dieser Knoten ist ungefährlich und muss nicht behandelt werden. Wichtig: Ein Kephalhämatom bildet sich in der Regel spontan zurück. Es sollte jedoch beobachtet werden. In seltenen Fällen ist eine Punktion notwendig.
  • Subgaleales Hämatom: Bei einem subgalealen Hämatom handelt es sich um eine Blutung direkt unter dem Schädel, aber über der Knochenhaut. Im Gegensatz zum Kephalhämatom ist die Blutung nicht begrenzt. Das Blut kann sich ausbreiten – bis hin zu einem massiven Blutverlust, der eine Bluttransfusion erforderlich macht. Ein subgaleales Hämatom tritt bei 0,4 von 1000 Spontangeburten auf, also bei 0,04 Prozent. Durch den Einsatz einer Zange oder einer Saugglocke erhöht sich das Risiko etwa um das Zehnfache. Das subgaleale Hämatom kann auch infolge eines Blutgerinnungsproblems entstehen. Es ist ein neonatologischer Notfall.
  • Bruch eines Schädelknochens: Während der Geburt kann es zu linearen Frakturen oder Impressionsfrakturen kommen. Lineare Frakturen gehen häufig mit einem Kephalhämatom oder einer subgalealen Blutung einher. Was gefährlich klingt, heilt gewöhnlich ohne Behandlung. Das Baby muss aber beobachtet werden. Eine Impressionsfraktur kommt bei 1 bis 2,5 auf 10.000 Geburten vor (0,01 bis 0,025 Prozent), also äußerst selten. Bei einer Impressionsfraktur ist der weiche Schädel nach Innen „eingedrückt“. Hier kann eine chirurgische Behandlung erforderlich sein.

Therapie: Muss eine Kopfdeformation nach der Geburt behandelt werden?

Die meisten Verformungen, die bei der Geburt entstehen, sind harmlos und wirken sich nicht auf das Gehirn aus. Sie verursachen keine Schmerzen und keine Probleme, die behandelt werden müssten. In der Regel bilden sich die Deformationen in den ersten Tagen nach der Geburt wieder zurück.

Manchmal bleibt der Kopf zunächst verformt und es dauert länger, bis die Deformation verschwunden ist. Dann sollte das Baby beobachtet werden. Falls die Deformationen auf Geburtsverletzungen zurückzuführen sind, kann eine Behandlung notwendig sein.

Wann du zum Arzt gehen solltest!

Es ist immer ratsam, dem Kinderarzt die Deformation zu zeigen. Auf jeden Fall zum Arzt solltest du, wenn…

  • die Verformung auch nach Wochen nicht zurückgegangen ist.
  • die Verformung schlimmer wird.
  • du den Eindruck hast, dass sich die Ohrachse verschiebt oder sich die Gesichtsasymmetrie verändert.

Wichtig: Auch nach der Geburt kann es zu Schädeldeformationen kommen!

Nach der Geburt ist die „Gefahr“ einer Deformation nicht gebannt. Es kann immer noch zu Kopfverformungen kommen. Sie entstehen meist dadurch, dass ein Baby permanent auf dem Rücken liegt. Die nach wie vor weichen Schädelknochen des Babys geben dem Druck nach, der durch das Liegen entsteht, und verformen sich. Die Rückenlage ist dennoch wichtig, da sie das Risiko des Plötzlichen Kindstods erheblich verringert. Nachts sollten Babys immer auf dem Rücken schlafen.

In der Regel sind solche Deformationen nicht bedenklich und bilden sich von selbst zurück, wenn das Kind mobiler wird. Dennoch solltest du frühzeitig gegensteuern. Durch regelmäßige Lagewechsel, häufiges Tragen und Physiotherapie oder Osteopathie kann man solchen Verformungen entgegenwirken. Weitere hilfreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Kopfform findest du in unserem Artikel „Flacher Hinterkopf beim Baby: Was du jetzt tun kannst“.

82793b92f00f4b20a1dbbea3ef47729e - Kopfdeformation nach der Geburt: Das ist jetzt wichtig
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