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Hochbegabte Kinder: Kann mein Kind mehr als andere?

Hochbegabte Kinder - Hochbegabte Kinder: Kann mein Kind mehr als andere?

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Wenn sowohl du als auch das Kita-Personal bei deinem Kind eine Hochbegabung vermuten, kann das viele Fragen aufwerfen. In diesem Artikel erklären wir dir, was jetzt die nächsten Schritte sind. Obendrein erfährst du alles, was du als Elternteil eines hochbegabten Kindes wissen musst!

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Hochbegabung bei Kindern zeigt sich häufig zuerst im Kontakt mit Gleichaltrigen (etwa im Kindergarten).
  • Klarheit bekommen Eltern über einen Intelligenztest. Diese Tests finden in speziellen Fachpraxen statt.
  • Kinder mit einem IQ über 130 sind hochbegabt.
  • Für Eltern und weitere Bezugspersonen ist der richtige Umgang und eine Förderung der Hochbegabung wichtig. Wir geben dir hierzu Empfehlungen.
  • Hochbegabungen können sich bei mangelnder Förderung wieder verwachsen.
  • Hochbegabte Kinder sind nicht zwangsläufig gute Schülerinnen und Schüler. Wir räumen mit diesem Mythos auf!

Hochbegabte Kinder haben außergewöhnliche intellektuelle Talente und eine überdurchschnittliche Intelligenz. Durch ihre Auffassungsgabe besitzen sie ein erhöhtes Potenzial zu großen Leistungen in verschiedenen Bereichen. Eine Hochbegabung ist allerdings keine Inselbegabung. Die Hochbegabung bezieht sich im Gegensatz zur Inselbegabung auf mehrere Entwicklungsbereiche und geht immer mit erhöhter Intelligenz einher.

Woran erkennt man hochbegabte Kinder?

Vielen Eltern ist häufig nicht bewusst, dass ihr Kind hochbegabt ist. Neugierde oder „Aber warum?“-Fragen müssen nicht direkt auf eine Hochbegabung hinweisen. Deswegen ist es hilfreich, erste mögliche Anzeichen dafür im Kopf zu haben.

Was sind die ersten möglichen Anzeichen einer Hochbegabung?

  • Das Kind läuft direkt, anstatt vorher zu krabbeln.
  • Es erzählt mit 2 Jahren inhaltlich richtige und detailreiche Geschichten oder Erlebnisse. Zudem spricht es keine Babysprache und hat einen komplexen Wortschatz.
  • Es verliert schnell das Interesse an einer Herausforderung im Spiel, wenn es sie gemeistert hat.
  • Das Kind erkennt diverse Werbe-Logos, Kleidungsmarken, Automarken und Straßenschilder schon mit 2,5-3 Jahren.
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Was sind (mögliche) Merkmale/Symptome einer Hochbegabung?

Häufig sind hochbegabte Kinder Gleichaltrigen in bestimmten Bereichen um Jahre voraus. Meistens zeigt sich die Hochbegabung daher zuerst in der Kita. In wenigen Fällen wird die Begabung erst in der Schule sichtbar.

Typische Merkmale eines hochbegabten Kindes können sein:

  • Das Kind hat ein hohes Interesse für Buchstaben und liest Bücher für Kinder älterer Altersklassen. 
  • Es hat ein gutes räumliches Verständnis.
  • Das Kind zieht aus Erfahrungen zügig Schlussfolgerungen und hat eine schnelle Auffassungsgabe.
  • Es stellt den Eltern und dem Kita-Personal Fragen zu tiefen Themen, wie den Tod oder vorgegebene Regeln.
  • Das Kind hat viele Konflikte mit Gleichaltrigen. Ihm fällt der Austausch mit deutlich älteren Kindern leichter.
  • Vermutlich hat es Schwierigkeiten, mit Frust, Langeweile oder Unterforderung umzugehen.
  • Es fordert spielerische Herausforderungen und Aufgaben regelrecht ein.
  • Das Kind neigt zu Perfektionismus und hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Zudem zeigt es in manchen Situationen ein auffallend mitfühlendes, soziales und teilweise hochsensibles Verhalten.
  • Es lehnt Wiederholungen im Spiel ab und möchte lieber direkt ans „Ziel“.

Was tun, wenn ich eine Hochbegabung vermute?

Bei einem Verdacht auf eine Hochbegabung kannst du mit deinem Kind zunächst zur Kinderarztpraxis. Hier wird es untersucht und du kannst seine bisherige Entwicklung beschreiben. Dann werdet ihr vermutlich zu einer Fachstelle überwiesen, wo der Intelligenz-Test gemacht wird.

Meist sind das:

Falls die Kinderärztin/der Kinderarzt eine psychotherapeutische Zusatzausbildung hat, kann der Test auch dort gemacht werden.

Der IQ-Test: Ist mein Kind hochbegabt?

Beim Intelligenztest werden deinem Kind verschiedene Aufgaben gestellt, etwa zu Logik, Aufmerksamkeit, Sprachverständnis und Mengenangaben. Nach dem Test erhaltet ihr die Ergebnisse. Wenn dein Kind einen Intelligenzquotienten von über 130 hat, ist es hochbegabt. Statistisch gesehen haben etwa 2 Prozent der Kinder und Jugendlichen einen Wert über 130 und damit eine Hochbegabung. Der durchschnittliche Intelligenzquotient liegt zwischen 85 und 115. Ergebnisse über 113 sprechen für eine überdurchschnittliche Intelligenz.

WICHTIG: Das Testergebnis ist auch immer von der Tageszeit und der körperlichen und psychischen Verfassung des Kindes abhängig. Wenn es etwa nach einem langen Kita-Tag hungrig ist, wird der Test anders ausfallen als in entspannter Stimmung nach dem Frühstück. Das heißt, die Rahmenbedingungen sollten ganz klar mitbedacht werden.

Ab wann kann ich mein Kind testen lassen?

Der Intelligenz-Test kann schon im Kleinkindalter (ab 2,5 Jahren) gemacht werden. Dabei solltest du beachten, dass Testungen immer nur eine Momentaufnahme darstellen. Langfristig aussagekräftig ist der Test erst ab einem Alter von 5 Jahren. Dennoch empfehlen wir Eltern, den IQ-Test zu machen, sobald erste Auffälligkeiten da sind. Nur dann kann das Kind frühzeitig gefördert werden und seine Hochbegabung entfalten.

Wie entsteht eine Hochbegabung?

Experten gehen davon aus, dass eine Hochbegabung zum Teil genetisch bedingt ist und zum Teil erworben wird, etwa durch Prägung und individuelle Lernerfahrungen. Allerdings ist der genaue Hintergrund noch nicht eindeutig erforscht. Hochbegabte Eltern müssen daher nicht unbedingt hochbegabte Kinder haben oder andersherum.

Gut zu wissen: Eine Hochbegabung kann sich auch verwachsen, wenn das Kind nicht gefördert wird. Das ist bei etwa 15 Prozent der hochbegabten Kinder und Jugendlichen der Fall. Wir empfehlen Eltern daher, sich über das Thema zu informieren und beraten zu lassen.

Wie sieht die Förderung von hochbegabten Kindern aus?

Nach dem Test wird ein sogenanntes „Begabtenprofil“ erstellt. Daraus ergibt sich das Förderkonzept. Die psychotherapeutischen Fachkräfte der Teststelle achten darauf, dass das Kind vom Konzept nicht überfordert wird. Die Hochbegabung soll ihm schließlich weiterhin Spaß machen. Zusätzlich bekommst du als Elternteil wichtige Hinweise und Empfehlungen.

Beispiel: Anton ist 2,5 Jahre alt und hat eine Hochbegabung in der Sprache, im Sozialverhalten und in der emotionalen Entwicklung. Er spürt die Gefühle seiner Mitmenschen sehr stark und hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Obendrein diskutiert er täglich mit seinen Eltern auf hohem sprachlichem Niveau. Gespräche mit Gleichaltrigen fallen ihm hingegen schwer, weshalb er ungern in seine Krippengruppe geht und hier viele Konflikte hat. Manchmal besucht er tagsüber die Gruppe für ältere Kinder und blüht dann richtig auf.

Förderkonzept: Antons Alltag braucht eine neue Struktur, damit er und sein Umfeld durch den Zustand weniger belastet sind. Das Ziel ist, dass Anton sich in ein soziales Miteinander einfügen und gleichzeitig seine individuellen Bedürfnisse und Begabungen entfalten kann.

Mögliche Umsetzung:

  • Anton könnte entweder sofort in die Ü3 Gruppe wechseln (sofern er das möchte und das möglich ist), oder darf jeden Morgen nach dem Ankommen dort spielen und Erfahrungen sammeln. Dadurch wird die Unterforderung verringert und Anton kann sich auf Augenhöhe austauschen.
  • Antons Begabungen könnten in Form eines wöchentlichen Hobbys gefördert werden. Dieses Hobby sollte Sprache, Gefühle und soziale Gruppenkonstellationen einbeziehen. Empfehlenswert wäre daher: eine Theater-Gruppe, Kinderturnen oder Kinderyoga.
  • Obendrein wird das Personal der Teststelle womöglich eine Strategie für die Kommunikation zu Hause vorschlagen, sodass die täglichen Diskussionen weniger werden.

Ist es schlimm, wenn ich mein hochbegabtes Kind nicht fördere?

Die Art der Förderung ist immer vom Einzelfall abhängig. Letztendlich ist es deine Entscheidung, ob du eine Förderung in Erwägung ziehst oder nicht. Bei Antons Beispiel zeigt sich: Das Förderkonzept beinhaltet minimale Anpassungen, wie ein wöchentliches Hobby, ein Kita-Gruppenwechsel und eine Kommunikationsstrategie. Diese Anpassungen können Antons Wohlbefinden und das Familienleben positiv stärken. Insgesamt geht es immer darum, dass das Kind nachhaltig glücklich sein kann.

Wenn Anton nicht gefördert wird, dann macht er weiterhin die gleichen Erfahrungen: „Ich habe Konflikte mit Kindern und mit meinen Eltern.“, „Ich fühle mich nicht zugehörig.“, „Mir ist langweilig.“ und „Ich weiß nicht, wohin mit meiner Energie und den Gefühlen in mir.“ Er ist dann dauerhaft unterfordert, bei gleichzeitigem Stress in seiner Umwelt. Das kann seine mentale Gesundheit stark beeinflussen.

Was für Eltern wichtig ist!

  • Elternteilen von hochbegabten Kindern empfehlen wir, sich Unterstützung in einer Beratungsstelle oder bei der Hochbegabtenförderung zu holen.
  • Beschreibe deinem Kind seine Hochbegabung als Fähigkeit und Talent, das gefördert werden darf, um sich entfalten zu können.
  • Binde das erzieherische Personal der Kita oder die Lehrkräfte der Schule mit ein. Eine offene Kommunikation schafft meist ein größeres Verständnis für Verhaltensweisen und Verhaltensauffälligkeiten des Kindes.
  • Vermeide dein Kind mit anderen zu vergleichen oder zu hohe Erwartungen zu haben. Denn: jeder Mensch hat eine Begabung, ein Talent oder eine Fähigkeit. Bei deinem Kind ist sie in manchen Bereichen einfach stärker ausgeprägt.

Wir empfehlen: Nimm den Begriff „Hochbegabung“ (noch) nicht vor anderen Eltern in den Mund, wenn dein Kind noch nicht getestet wurde. Der Begriff kann unter Umständen zu Ausgrenzung oder Vorurteilen führen. Zwar ist dein Kind davor nie geschützt, allerdings ist das besonders fatal, wenn die Vermutung sich nicht bestätigt.

Mythos Schule: Hochbegabte Kinder haben es in der Schule NICHT leichter!

  • Im Gegenteil: Nicht selten haben sie Schwierigkeiten im Unterricht mitzukommen, weil sie andere Lern-Techniken haben, als die Lehrer von ihnen fordern.
  • Obendrein kann es auch zu Problemen zwischen dem begabten Kind/Jugendlichen und den Lehrkräften oder den Schülerinnen und Schülern aus der Klasse kommen.
  • Häufig sind hochbegabte Kinder intellektuell unterfordert. Manchmal zeigt sich das in auffälligem Verhalten oder durch Leistungs-Verweigerung.

Eltern sind daher auf der sicheren Seite, wenn sie sich vor dem Schuleintritt von Hochbegabten-Fachstellen bei der Schulauswahl helfen lassen. Die ausgewählte Schule sollte ein individuelles Lernen ermöglichen. Obendrein sollte sie zur Persönlichkeit, den Kompetenzen und der Begabung des Kindes passen.

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Quellen

Veröffentlicht von Leonie Illerhues

Leonie war nach ihrem Studium der Heilpädagogik lange im Schulhort-, Kita- und Krippenbereich tätig. Erziehungs- und Entwicklungsthemen im Baby- und Kleinkindalter sind deshalb ihr Steckenpferd. Seit 2022 ergänzt Leonie unser Team mit diesem Schwerpunkt.

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