Von Anfang an dabei!

Schwanger nach Fehlgeburt: Was du nun wissen musst

Eine Fehlgeburt ist immer ein schwerer Schlag, egal in welcher Schwangerschaftswoche sie passiert. Viele Frauen brauchen eine Weile, um den Verlust ganz zu verarbeiten und sind bei einer erneuten Schwangerschaft oft unsicher. Aber wir haben gute Nachrichten. Alles was zum Thema „Schwanger nach Fehlgeburt“ für dich wichtig ist, erfährst du in diesem Artikel.

Wenn du eine oder gar mehrere Fehlgeburten hinter dir hast, ist das bestimmt schwer zu verkraften. Vor allem dann, wenn dein Sternchen ein Wunschkind war. Wir wissen, dass es nicht leicht ist, über dieses Thema zu schreiben und den richtigen Ton zu treffen. Aber wir möchten dir Mut machen. Denn die Chancen stehen gut. Warum erfährst du gleich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Wartezeit von 3-6 Monaten ist völlig unnötig, auch nach Ausschabung! Wichtig ist, dass ihr bereit seid.
  • Frühe Fehlgeburten sind häufiger als viele denken. Gründe dafür kann es einige geben. Meist sind Fehler bei der Zellteilung schuld.
  • Erst nach 3 Fehlgeburten ist das Risiko eines erneuten Abgangs deutlich erhöht. Zahlreiche Untersuchungen helfen dann, die Ursache(n) zu finden und bestenfalls zu beseitigen.
  • Es ist sehr wichtig, die vorherige Fehlgeburt zu verarbeiten. Am besten hilft den meisten Frauen, darüber zu reden.
  • Eine gesunde Lebensweise erhöht die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft in jedem Fall!

Schwanger nach Fehlgeburt: Wie lange warten?

Noch heute raten einige Ärzte betroffenen Frauen routinemäßig dazu, nach dem Verlust 3-6 Monate zu warten, bevor sie es wieder mit dem schwanger werden versuchen. Doch dieser Rat ist veraltet. Einige größere Studien haben bewiesen, dass die Wartezeit keinen Einfluss auf die nächste Schwangerschaft hat!

Ganz im Gegenteil, die Erfolgsrate für eine gesunde Schwangerschaft war sogar leicht erhöht, wenn Frauen relativ schnell wieder schwanger wurden. Man geht davon aus, dass dein Körper genau weiß, wann er wieder bereit für eine Schwangerschaft ist.

Frauen, die durch eine vorangegangene Fehlgeburt sensibilisiert sind, achten im Anschluss meist mehr auf sich und werden gut überwacht. Das mag der Grund sein, warum folgende Schwangerschaften im Schnitt erfolgreicher sind. Das ist aber nur eine Vermutung der Wissenschaftler.

Keine Unterschiede nach Ausschabung

Wenn du eine Ausschabung hattest, kannst du ebenfalls beruhigt sein. Denn auch dieser medizinische Eingriff hatte in den Studien kein größeres Risiko eines erneuten Abgangs gezeigt, wenn die Wartezeit nicht eingehalten wurde.

Natürlich gibt es individuelle Voraussetzungen, die das Risiko einer erneuten Fehlgeburt erhöhen würden. Dies hätte dann aber nichts mit dem Einhalten oder eben Nichteinhalten der Wartezeit zu tun.

Das heißt also im Klartext: Sobald ihr euch bereit für den nächsten Versuch fühlt, steht dem nichts im Wege!

Mögliche Gründe für eine Fehlgeburt

Wenn du bisher nur eine Fehlgeburt innerhalb der ersten 12-14 Wochen hattest, ist es eigentlich unnötig, großartig über die Gründe dafür nachzudenken. Denn Fehlgeburten sind sehr viel häufiger, als du vielleicht glauben magst. Die meisten Abgänge passieren etwa in der 4.-6. Schwangerschaftswoche. Und gerade in diesem frühen Stadium werden sie von vielen Frauen gar nicht bemerkt, wenn sie nicht vorher einen Schwangerschaftstest gemacht hatten. Oder aber die Frauen sprechen nicht darüber, weil es so schmerzhaft ist.

Aber auch nach der 6. Schwangerschaftswoche ist jede Schwangerschaft noch wacklig und reagiert empfindlich auf äußere Einflüsse. Und das ist ganz unabhängig davon so, ob es vorher schon einmal schiefgegangen ist oder nicht.

Dass dein Körper die vorige Schwangerschaft absichtlich beendet hat, kann verschiedene Gründe gehabt haben. Meist treffen gleich mehrere Faktoren zusammen:

  • Fehlerhafte DNA von Seiten der Eltern oder bei Zellteilung.
    Je mehr Fehler vorliegen oder entstehen, desto höher ist das Risiko eines Abgangs. In den ersten Wochen führt jeder Fehler zum Abort (Alles-oder-nichts), in den Wochen danach nur noch gravierende Fehler. Etwa 50-70% der frühen Aborte hängen damit zusammen.
  • Einnistungsprobleme
    Diese sind meist auf Gebärmutterprobleme (z.B. Myome) oder eine Gelbkörperschwäche zurückzuführen. Die Plazenta kann sich dann nicht richtig entwickeln.
  • Äußere Einflüsse
    Infektionen, Strahlung, Medikamente, Rauchen, Alkohol, großer Stress können die Entwicklung des Babys beeinträchtigen und ebenfalls zum Abort führen.
  • Unerkannte Vorerkrankungen der Schwangeren
    Wenn Fehlfunktionen der Schilddrüse, eine gestörte Blutgerinnung oder Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes vorliegen, die bisher nicht behandelt werden, wird das Kind unterversorgt.

Durchchecken bei erneuter Schwangerschaft noch nicht nötig

Fehlgeburten sind so häufig, dass Ärzte bei „nur“ einer oder zwei Fehlgeburten keine routinemäßigen Untersuchungen durchführen, es sei denn, es gibt einen Verdacht.

Erst ab der 3. FG spricht man von habituellen Aborten und geht davon aus, dass die Chance einer weiteren Fehlgeburt mit 50% deutlich erhöht ist. Und erst dann wird die betroffene Frau von innen nach außen gekehrt. Etliche Untersuchungen bringen dann meist die Ursache ans Licht, wenn es denn eine konkrete gab.

Das wird nach „habituellen“ Aborten gründlich überprüft:

  • Genetik
  • Hormone
  • Infektionen
  • Vorerkrankungen
  • Fehlbildungen der Gebärmutter (Ultraschall)
  • Antikörper

Findet der Arzt dann eine Ursache, kann sie angegangen werden. Denn die meisten Probleme, die zu Aborten führen, lassen sich beheben.

Schwanger nach Fehlgeburt: Was beachten?

Natürlich hast du auf viele Dinge, die Fehlgeburten hervorrufen, keinen Einfluss. Dennoch kannst du einiges tun, um einer (erneute) Fehlgeburt zu vermeiden:

Reden, reden, reden

Das Wichtigste ist, dass du die vorangegangene Fehlgeburt verarbeitest. Am besten ist es, wenn du nicht alles mit dir selbst ausmachst. Viel gesünder ist es für dich und das nächste Baby, darüber zu reden. Ruhig auch mit Menschen, denen du vertraust, die vorher nichts davon wussten.

Du wirst wahrscheinlich erstaunt sein, wie viele Frauen selbst schon von einer oder mehreren Fehlgeburten betroffen waren. Und die meisten von ihnen haben dennoch Kinder bekommen. Also lass dir Mut machen! Eine positive Einstellung und Gelassenheit verbessern die Chancen deutlich. Hol dir ruhig professionelle Hilfe, wenn Reden mit Freunden allein nicht ausreicht.

Übrigens: Auch eine Hebamme kann hier helfen. Ihre Unterstützung muss auch nach einer Fehlgeburt von der Kasse übernommen werden. Weil es hier aber oft Probleme gibt, bieten nicht alle Hebammen diesen Service an.

Deinem Partner solltest du ebenfalls die Zeit geben, die er braucht, um wieder bereit zu sein. Keinesfalls solltest ihr ein neues Baby zeugen, um das verlorene zu ersetzen. Der Schmerz wird euch wahrscheinlich für immer begleiten. Ihr werdet aber lernen, besser damit umzugehen und davon profitieren dann auch weitere Kinder.

Rund und gesund

Wenn du wieder schwanger werden willst oder es bereits bist, helfen viel Ruhe und Erholung im Alltag. Das heißt nicht, dass du nur noch auf der Couch liegen solltest. Wichtig ist aber, dir immer wieder Pausen zu gönnen und auch innerlich z.B. mithilfe von Yoga oder autogenem Training zur Ruhe zu kommen. Dann kann dein Körper die Kraft schöpfen, die er für die Schwangerschaft braucht.

Auch eine gesunde Lebensweise ist das beste, was du für eine erfolgreiche Schwangerschaft tun kannst. Regelmäßige Bewegung verbessert die Durchblutung der Gebärmutter (und Plazenta). Die Nährstoffe in guten Nahrungsmitteln wie Gemüse und Obst, Fleisch und Fisch sowie in Vollkorngetreide und Milchprodukten versorgen deine Zellen mit allem, das sie brauchen. (Denk bei Kinderwunsch und in der Frühschwangerschaft unbedingt an Folsäure!)

Dass du Rauchen, Alkohol trinken und Drogen lassen solltest, brauchen wir wahrscheinlich nicht zu erwähnen.

Vorsorge, aber in Maßen

Gerade, wenn du eine Fehlgeburt hinter dir hattest, ist es gut, wenn du die wichtigen Vorsorgeuntersuchungen auch wirklich wahrnimmst. Aber übertreiben solltest du dabei lieber nicht. Hebammen warnen vor der hohen Strahlenbelastung durch medizinisch unnötige Ultraschall-Untersuchungen. Auch wenn bisher keine Auswirkungen auf die Entwicklung des Babys belegt werden konnten, sind diese doch nicht ausgeschlossen. Deshalb werden solche freiwillig zu zahlenden iGel-Leistungen ab 2021 verboten.

Such dir stattdessen am besten eine Hebamme, die auch schon während der Geburt Zeit für dich und deine Sorgen hat. Viele Untersuchungen kann auch sie durchführen. Und ganz nebenbei kann sie dich viel besser beruhigen, als das in einer Arztpraxis mit all den Geräten, langen Wartezeiten und kurzen Sprechstunden möglich ist.

Wir wünschen dir Alles Gute!

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Sag uns, wie du deine Fehlgeburt verarbeitest

Redest du mit Freunden oder Familie über deine Fehlgeburt? Oder hast du es zumindest vor?

Hast du noch eine Frage zum Thema „Schwanger nach Fehlgeburt“? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

Tipp: cyclotest MySense bei Kinderwunsch
Das könnte dir auch gefallen
3 Kommentare
  1. Jasmin sagt

    Ich habe gerade einen Abgang in der 6ssw. Wie pendelt sich der Zyklus wieder ein? Also wann kommt der Reguläre Zyklus wieder? Psychisch macht es mich nicht so fertig, nur weiss ich nicht wie und wann ich mit meinem Mann wieder starten kann?

    1. Anke Modeß sagt

      Hallo Jasmin,
      das ist schwer zu sagen. Ich denke, wenn es so früh war, gibt es keinerlei Einschränkungen. Macht einfach weiter wie bisher.

      Alles Gute!

  2. Nadine sagt

    Hallo Jasmin, Tut mir leid! ich hatte vor 3 Tagen auf ch einen Abort in der 6 ssw. Hat sich dein Zyklus wieder eingependelt? Ich würde gern wissen auf wie viele Wartezeit ich mich einstellen sollte.

Hinterlass uns einen Kommentar