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Kleinkind / Baby 15 Monate spielt mit Papprollen

Dein Kleinkind mit 15 Monaten: „Ich will dir helfen!“

Hallo 15 Monate (1 Jahr und 3 Monate), hallo Entdeckerfreude! Dieser Monat steht womöglich ganz im Sinne des „Helfen Wollens“. Dein Kleinkind beobachtet dich bei Alltagsabläufen und möchte diese aktiv mitgestalten. Außerdem sind im Alter von 15 Monaten vermutlich die bleibende Augenfarbe deines Kindes sowie sein individuelles Temperament sichtbar. Welche weiteren spannenden Meilensteine in 15. Lebensmonat deines Schatzes auf dich warten könnten, verraten wir dir im folgenden Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Durch den wachsenden Entdeckungsgeist wird dein Kind womöglich immer geschickter in seinen Handlungen.
  • Es möchte dir bei Alltäglichem helfen und alles, was in eurem Leben geschieht, mitbekommen.
  • Im Alter von 15 Monaten ist die bleibende Augenfarbe des Kindes deutlich erkennbar und die Sehkraft nimmt immer weiter zu.
  • Vielleicht spürst du schon, welche individuelle Persönlichkeit dein Kleinkind entwickelt hat.
  • Aufgrund der rasanten Entwicklung deines Lieblings kann es zu Wutausbrüchen kommen. Es gibt einige Tipps, wie du als Elternteil auf diese reagieren kannst.
  • Nachahmung und Wiederholung sind weiterhin ein großer Bestandteil des Spiels deines Kleinkindes.
  • Haushaltsgegenstände sind statistisch gesehen das beste Spielzeug für diese Lebensphase.
  • Für den Schutz der Gesundheit gibt es bestimmte Impfungen, die im Alter von 15 Monaten aufgefrischt werden können. Zusätzlich bilden überstandene Krankheiten und Infektionen das natürliche Immunsystem im Körper des Kindes.
  • Sich von seinen Eltern zu verabschieden, wenn es fremd-betreut wird, ist für ein junges Kind nicht immer einfach. Wir haben einige Tipps, wie man die Verabschiedung von einem 15 Monate alten Kind gestalten kann.
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Die Entwicklung des Kleinkindes mit 15 Monaten

Dein kleiner Schatz ist mit 15 Monaten zu einem Forscher geworden! Mit viel Freude, Entdeckergeist, Aufmerksamkeit und Kontinuität versucht das Kleinkind womöglich, alles in seiner Umwelt auszuprobieren – und das so ausgiebig und abwechslungsreich wie möglich. Auch „Wiederholen“ und „Helfen Wollen“ sind in diesem Lebensmonat klassische Verhaltensmuster vieler Kinder.

Spielverhalten

„Los Mama, lass uns zusammen ein Türmchen bauen! Oh, da ist ja mein Bär. Wollen wir ihn schlafen legen? Wo geht Papa jetzt wohl hin?“

Wir heißen dich ganz herzlich willkommen im 15. Monat deines kleinen Lieblings. Das Motto dieses Entwicklungsschubs ist womöglich: „Action, Action, Action!“, denn der Entdeckergeist deines Kindes ist aktuell ausgeprägter denn je. An jeder Ecke in seiner Umgebung gibt es etwas (neues) zu erforschen. Außerdem hat dein Kleinkind ganz viele Spielideen parat, auch weil es dank erreichter Meilensteine immer handlungsfähiger wird.

Die „Nachahmung“ hat es sich als Verhalten schon eingeprägt. Nun wird auch das „repräsentative Spiel“ (Largo, S. 337, 2016) wichtig für dein Kind: Es beginnt allmählich mit Rollenspielen und baut vielleicht Puppen, Kuscheltiere und weitere „repräsentative“ Objekte mit in sein Spiel ein. Mit ihnen ahmt es Alltagsabläufe nach. Ebenso kann es sein, dass dein Kind im Spiel Tiergeräusche und Bezugspersonen mimt. Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass es aktuell gerne Dinge hinter sich herzieht und Spiele beinahe rhythmisch wiederholt. Auch dies ist typisch für die derzeitige Entwicklungsphase.

Sozialverhalten und emotionale Intelligenz

„Papa, du bist heute nicht so fröhlich, aber ich schon. Später willst du einen Kuchen backen. Dabei helfe ich, ist ja klar!“

Im Alter von 15 Monaten hat dein Kind womöglich so viele Fertigkeiten und Fähigkeiten erlernt, dass es bei den (mittlerweile eingeprägten) Abläufen eures Lebens mithelfen will. Es möchte bei allem dabei sein, was du oder dein Partner tust, um so viel wie möglich mitzubekommen.

Außerdem, – besonders wenn dein Kleinkind bereits eine Kita besucht, – bildet sich in dieser Lebensphase ein erstes Verständnis von Empathie. Innerhalb der sozialen Gruppen, in denen sich dein Kind bewegt (auch, wenn ihr regelmäßig Freunde und gleichaltrige Kinder seht oder in einem Großfamilien-, generationenübergreifendem Haushalt lebt) hat es vermutlich erkannt, dass es einen Unterschied zwischen den eigenen Bedürfnissen und denen seiner Mitmenschen geben kann. Dies kann es wahrscheinlich nicht benennen. Viele Kinder spüren jetzt, wenn sie selbst etwas spielen möchten, ihre Freunde in der Kita hingegen keine Lust auf das Spiel haben.

Dasselbe gilt für die Stimmungslage der primären Bezugspersonen (im Regelfall die Eltern). Das Kleinkind erkennt allmählich, dass verschiedene Stimmungen zwischen ihm und seinen Eltern bestehen können („Mama und Papa sind glücklich, ich bin heute unzufrieden.“).

Motorik

Wenn ich den großen Bauklotz im Raum umherschiebe und mich darauf stelle, kann ich auf mein Bett klettern! Ganz alleine!“

Im Alter von 15 Monaten erlernt das Kind in Verbindung mit seinen motorischen Fortschritten den sogenannten „funktionellen Gebrauch von Gegenständen“ (Largo, 2016, S. 337). Um ein neues motorisches Ziel zu erreichen, merkt es durch „Übung“, „Versuchen“ und „Ausprobieren“, dass Gegenstände Mittel zum Zweck sein können – also Hilfsmittel, um sein Ziel, zum Beispiel einen Bewegungsablauf, zu erreichen. Dazu braucht es geistige und motorische Entwicklungsprozesse.

Zuerst wird das Kind vielleicht noch Mühe haben, den Bauklotz durch den Raum zu bewegen. Nach mehrmaligen Versuchen inklusive Misserfolgen und Frustration wird es voraussichtlich Erfolg haben. Durch die Erfolgserlebnisse aus seinem eigenen Tun erlebt es Selbstwirksamkeit und Selbstentfaltung. Anstelle des Bauklotzes kannst du dir als Elternteil jeden beliebigen Gegenstand vorstellen. Funktionelles Spiel kann auch sein, dass sich dein Kind an Spielkisten in die Hocke hochzieht, wenn es noch nicht frei laufen kann. Unser Tipp: Möglichst nicht eingreifen!

Sprachentwicklung

„Wenn ich mich von meinen Freunden am Spielplatz verabschiede, mache ich Laute und eine Handbewegung dazu, die Mama und Papa auch immer machen!“

Vorherrschend für die Sprachentwicklung im 15. Monat ist: Dein Kind versteht schon mehr, als es selbst sagen kann. Über die Nachahmung kann es gut möglich sein, dass es die Bewegung „Winke, Winke!“ macht, sobald es sich von anderen verabschiedet. Nicht selten wird diese Bewegung von einem Laut, einem Ausruf, Brabbeln oder einem Geräusch begleitet.

Um Sprechen zu lernen, braucht es für die meisten Entwicklungsschritte zahlreiche Wiederholungen, und das über Wochen hinweg. Wenn dein Kleinkind sich eine Geschichte in einem Buch immer wieder anhört, prägen sich die darin vorkommenden Begriffe in der Regel leichter in seinem Wortschatz und Wortverständnis ein. Beobachte dein Kind einmal, wenn es sich alleine mit etwas beschäftigt: Brabbelt es vor sich hin? Benutzt es bestimmte Worte immer wieder?

Selbst wenn dein Kind mit über einem Jahr noch nicht so viel aktiv spricht, so sei dir sicher, dass du merkst, ob es dich versteht oder nicht. Dies kannst du mit einfachen Aufforderungen, wie „Gib mir mal bitte deinen Hasen!“ erkennen. Wenn der Blick deines Kindes zum Hasen geht, selbst wenn es ihn dir nicht gibt, dann hat es deine Bitte verstanden. Sein Sprachverständnis wird von Monat zu Monat besser. Die Nutzung von „Babysprache“ solltest du in diesem Alter also gezielt vermeiden.

Falls dein Kind schon eine Kita besucht, ist es gut möglich, dass es einen großen Entwicklungsschub in der Sprache gemacht hat, da es ganztägig kommuniziert und interagiert. Nicht selten geschieht es dann, dass dein Kind beim Abholen und Bringen ungewöhnlich still ist.

Hier können wir dich beruhigen: Die vielen Reize, die dein Kind gerade aufnehmen muss, fordern eine Menge von ihm ab. Es ist daher gut möglich, dass es in solchen „Übergangs“-Momenten zunächst einen Augenblick braucht, um sich auf die nächste Aktivität einzustellen. Dies sind die Momente, in denen die Erwachsenen über sich selbst oft sagen „Da hat es mir die Sprache verschlagen.“

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Geistige Entwicklungsschritte

„Wenn ich kleines Spielzeug in einen Behälter fülle, kann ich ihn auch wieder auskippen, damit das Spielzeug rauskommt. So machen Mama und Papa das auch oft.“

Durch die Nachahmung der elterlichen Bewegungsabläufe hat das Kleinkind mit 15 Monaten vermutlich erste Zusammenhänge von „Ursache und Wirkung“ erlernt. Dadurch hat es die Fähigkeit zur Geschicklichkeit entwickelt. Dafür müssen motorische und geistige Prozesse ineinandergreifen. Wenn du dies bei deinem Kind beobachtest, hat es in den letzten Wochen einen großen Reifungsprozess vollzogen.

Das Kind traut sich womöglich durch die wachsende Handlungsfähigkeit immer mehr zu. Es wird selbstwirksam und erlebt sich auch so. Vielleicht hat es bei euch Eltern beobachtet, dass Müsli in einen Behälter eingefüllt und wieder herausgeschüttet werden kann, um es dann essen zu können. Dann wiederholt es diesen Ablauf wahrscheinlich für sich im Spiel mit seinen Materialien.

Es bekommt ein Gefühl dafür, wie sein Kopf mit seiner Motorik zusammenarbeiten kann, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen („Das Spielzeug soll aus dem Behälter herauskommen, also muss ich Kraft aufwenden, den Behälter greifen und umkippen.“). Wenn du spürst, dass dein Kind stolz auf sein Werk ist, empfehlen wir, die intrinsische Motivation (den inneren Antrieb) mit Lob zu bestärken.

Neben der Geschicklichkeit ist das Kleinkind nun auch über emotional-geistige Meilensteine der Entwicklung in der Lage, Gesichter und Mienen zu erkennen. Es erkennt inzwischen vermutlich auch die Gesichter der Personen, die in einer Bekanntschaft mit ihm stehen (Nachbarn usw.). Die ihm bekannten Gesichter kann es teilweise nachahmen oder darauf reagieren, wie wenn Papa eine Grimasse macht oder Mama die Zunge herausstreckt.

Von Eltern zu Eltern: Unser Tipp des Monats

Im Alter von 15 Monaten kann es gehäuft dazu kommen, dass dein Kind neben den Eltern auch mal von anderen Personen betreut wird, wie in der Kita oder vom Freundes- und Familienkreis. Sich in diesen Situationen voneinander zu verabschieden, ist nicht immer leicht und kann verschiedenste Gefühle bei Eltern und Kind hervorrufen.

Unsere Tipps bei Verabschiedungen:

  • Die Verabschiedung vorher am Tag sachlich benennen
  • Während des Abschieds klarmachen, wohin man geht und wann man wieder kommt
  • Ein Trennungsritual etablieren. Beispiel „Jetzt drücken wir uns noch einmal so fest, wie wir können.“
  • Dem Kind ein Lieblings-Spielzeug oder Kuscheltier mitgeben, welches ihm Kraft geben könnte
  • Sich des eigenen möglichen Trennungsschmerzes bewusst sein: Dein Kind spürt mit 15 Monaten deine Stimmungslage sehr genau, weshalb du deinen Schmerz unbewusst auf dein Kind übertragen könntest
  • Sicherstellen, dass dein Kind bei Abschiedsschmerz von den anderen Bezugspersonen liebevoll begleitet wird
  • Die Option benennen, dass man immer wieder zurückkommt, wenn es für das Kind nicht aushaltbar ist

Die Grundbedürfnisse

Schlafen

„Ich erlebe so viel, dass ich manchmal richtig erschöpft bin, von einem auf den anderen Moment!“

Ebenso wie in den vorigen Monaten kann auch dieser Entwicklungsmonat deines Kindes davon geprägt sein, dass der Schlaf unregelmäßig bis gar nicht stattfindet oder dein Kleinkind ein hohes Schlafbedürfnis zeigt. Ähnlich wie in den Monaten zuvor raten wir dir, die Situation mit Zuwendung, Geduld und Liebe zu begleiten. Sobald der Zustand nachhaltig belastend wird, suche dir Hilfe bei deiner Kinderärztin/dem Kinderarzt.

Unsere Empfehlung: Durch die vielen Entdeckungen des Tages sind Ruhepausen und Erholungsphasen wichtiger denn je, damit dein Kind die gesammelten Reize verarbeiten kann. Vielleicht hast du auch schon gemerkt, dass dein Kleinkind plötzlich zu den ungewöhnlichsten Uhrzeiten (z.b. morgens im Kinderwagen) einschläft.

Keine Sorge: Dein Kind ist erschöpft vom vielen Lernen und Erfahren. Baue also bewusst viel Freiraum für Ruhe in euren Tagesablauf mit ein. Bei eurem Einschlafritual kannst du gemeinsam mit deinem Kind überlegen, was es heute alles erlebt hat. Selbst wenn es noch nicht spricht, hilft diese gemeinsame Zeit, damit dein Kind das Erlebte mithilfe deiner Erzählung noch einmal Revue passieren lassen kann.

Verdauung

„Ich mache alles in die Windel. Manchmal viel und manchmal wenig!“

Auch hier verweisen wir auf die beiden bereits vergangenen Entwicklungsmonate deines Kleinkindes, die alles Mögliche hervorrufen können, wie auch eine unregelmäßige Verdauung. Höre hier auf deine elterliche Intuition: Sobald du spürst, dass es deinem Kind nicht gut geht, mit möglichen Verdauungsbeschwerden und Unregelmäßigkeiten, suche im Zweifel immer den Rat von Ärzten.

Falls du bei deinem Kleinkind vermehrt wahrnimmst, dass es sich an die Windel greift oder darauf zeigt, bleibe achtsam. In seltenen Fällen erkennst du hier die erste Entwicklung der sogenannten Reifezeichen. Statistisch gesehen werden die meisten Kinder im Alter von 3 Jahren trocken. Die ersten Reifezeichen, also die Bewusstwerdung der eigenen Verdauung, können sich aber teilweise schon viel früher bemerkbar machen.

Essen & Trinken

„Ich esse die Nudeln, den Käse und die Brokkoliröschen so lange, bis der Bauch voll ist!“

Im vergangenen Monat haben wir über die Ernährung in Verbindung mit der kindlichen Willensbildung und dem Spaß informiert. Wir haben dir Tipps gegeben, wie du das Thema „Ernährung“ mit deinem Kind bestmöglich begleiten kannst und wie viele Mahlzeiten ein Kind pro Tag essen sollte.

Vielleicht fragst du dich jetzt allerdings „Wie VIEL sollte ein Kind im Alter von 15 Monaten essen?“ – so viel, wie in seine Hand und seinen Bauch passt! Dein Kind wird sein Essen vermutlich mit der ganzen Hand in den Mund stecken oder mit kindergerechtem Geschirr zu sich nehmen. Manche Kinder haben mehr Hunger, andere weniger. Dies liegt an der individuellen Konstitution deines Kindes, sowie an Körperlänge und Gewicht. Außerdem kommen noch äußere Faktoren dazu: Bewegt dein Kind sich sehr viel? Hat es einen großen Appetit?

Vertraue hier deinem Kind, dass es dir selbst sagt, wann es satt ist und nichts mehr essen möchte. Du wirst diese Signale deines Kleinkindes verstehen, wenn es so weit ist. Wenn du vorher in der Einheit „Kinderfaust“ portionierst und eher Portionen nachlegst, als den Teller sofort zu füllen, bist du auf der sicheren Seite.

Größen mit 15 Monaten – Mädchen und Jungen

15 Monate altMädchen Jungen
Gewicht8 bis 12 kg8 bis 13 kg
Körpergröße72 bis 83 cm74 bis 84 cm
⌀ Kleidergröße80/8680/86
⌀ Mützengröße50/5150/51
⌀ Schuhgröße2121

*Die oben stehenden Werte für Gewicht und Länge sind gerundete, weltweite Durchschnittswerte der WHO. Sie umfassen die fünf Perzentilen – 94 Prozent der Kinder lassen sich dort einordnen. Wenn sich dein Kleinkind stets unterhalb oder oberhalb der Spanne bewegt, ist bestimmt alles okay. Falls du dennoch verunsichert bist, sprich es am besten bei der nächsten U-Untersuchung oder ärztlichen Kontrolle an.

Die Besonderheit im 15. Monat

„Die Augen sind die Spiegel der Seele“

Entgegengesetzt zur Pigment-armen Augenfarbe eines Neugeborenen lässt sich im Alter von 15 Monaten die Augenfarbe des Kleinkindes genau bestimmen. Abstufungen sind weiterhin möglich, aber die Grundfarbe der Augen ist beim 15 Monate alten Kind jetzt sichtbar. Das Kind hat nach dem ersten Jahr seines Lebens mittlerweile 50 % der Sehkraft eines Erwachsenen entwickelt. Außerdem ist es vermutlich in der Lage, seine Umgebung räumlich zu erfassen und einen Unterschied zwischen Dunkelheit und Helligkeit festzustellen.

Wir empfehlen: Sieh deinem 15 Monate alten Kind einmal genau in die Augen. Vielleicht lässt sich seine individuelle Persönlichkeit hier bereits erkennen. Nicht ohne Grund werden die Augen als „Spiegel der Seele“ bezeichnet.

Zudem kann es vorkommen, dass dein Schatz als Baby im vergangenen Lebensjahr erste Krankheiten und Infekte durchlebt hat. Sein Immunsystem baut sich auf. Sollte dein Kind sich gerade zum Kita-Start also häufiger mit Krankheiten infizieren, sei unbesorgt: Die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers können dadurch gestärkt werden. Für einen umfassenden Schutz der Gesundheit deines Schatzes empfehlen wir dir, die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Impfungen (Diphtherie, Masern usw.) im Kleinkindalter bei deiner Ärztin/deinem Arzt in der Kinderarztpraxis ausführen zu lassen.

Unsere Ideenkiste für Eltern

Wir haben dir ein paar Produkte zusammengestellt, die dich und dein Kleinkind im 15. Monat bestmöglich begleiten können.

Playmais

Playmais ist sehr beliebt bei Kleinkindern: Er eignet sich für alle möglichen Spielideen, da man mit ihm wunderbar Spiel-Schemata wie Umschütten, Wühlen und Zerstreuen ausprobieren kann. Du kannst dein Kind im Spiel damit begleiten. Es lernt dadurch, dass nicht jedes essbare Spielzeug ein Lebensmittel sein muss.

Baby 15 Monate - Playmais
Bilderbuch über Gefühle

Durch dieses Bilderbuch kann dein Kind die Welt der Gefühle und Empfindungen Schritt für Schritt benennen und verstehen lernen. Dieses Buch wird dein Kind womöglich auch in den kommenden Lebensjahren begleiten.

Baby 15 Monate - Buch über Gefühle
Klangbausteine

Mithilfe dieser Klangbausteine kann dein Kind grenzenlose Lernerfahrungen machen in den Bereichen Motorik und Geist (Dinge und Sachen konstruieren, bauen, stapeln, fühlen, schrauben…).

Baby 15 Monate - Klangbausteine
Kostenloses aus dem Haushalt

Das beste und kostenfreies Spielzeug findet sich immer im Haushalt! Gib deinem Liebling ungekochte Nudeln und Reis in Verbindung mit Plastikgeschirr und Förmchen zum Spielen und beobachte ihn im Entdecken und Bauen neuer Welten.

Baby 15 Monate - Alltagsmaterialien zum Spielen

Häufige Fragen

Welchen Schub hat mein Kind mit 15 Monaten?

Wahrscheinlich durchlebt dein Kind im Alter von 15 Monaten (64. Woche) einen Schub (auch „Sprung“ genannt), in welchem es Handlungsprinzipien kennenlernt:

Es weiß mittlerweile über Abläufe von Alltagsprogrammen Bescheid (Beispiel Essen, Tisch decken) und vollzieht diese Handlungen individuell und durch Wiederholungen. Aktuell lernt dein Kleinkind, dass diese bestimmten Handlungen Prinzipien unterliegen – oder anders: gesagt, dass manche Dinge prinzipiell auf eine bestimmte Arte und Weise angegangen werden sollten, um zu funktionieren. Beispiel: der größte Stein beim Türmchen-Bauen wird für die Stabilität zuerst gelegt, danach kommen die jeweils kleineren Bausteine.

Nun experimentiert es, wie es seinen eigenen Willen in Bezug auf die Prinzipien durchsetzen kann. Das Bedürfnis zum Mitspracherecht sowie seine Gefühle zeigt es daher womöglich lautstark, denn es möchte die Prinzipien seiner Umwelt auf seine Art und Weise angehen.

Du wirst als Elternteil Wörter wie „Nein“, „Alleine Machen“ oder „Kim* auch“ voraussichtlich öfter hören, da sie ein wichtiger Teil dieses Sprungs sind. Wir wünschen dir für diese Phase daher weiterhin viel Einfühlungs- und Durchhaltevermögen, Geduld und eine Prise Humor beim Begleiten deines kleinen Schatzes.

*stellvertretend für den Vornamen deines Kindes

Mein 15 Monate altes Kind hat Wutanfälle. Was kann ich jetzt tun?

Wie oben bereits angesprochen, ist es nach dem Entwicklungsschub des 15. Monats völlig normal, dass das Kleinkind jetzt starke Emotionen fühlt und äußert. Es macht sich seines eigenen Willens bewusst und schult die Regulation von Gefühlen, über Erfahrungen, Wiederholungen, Ausprobieren und die Verhaltensbeobachtung der Bezugspersonen.

Die Emotion „Wut“ ist als Elternteil schwierig zu lindern, da sie nur das „wütende Kind“ selbst wieder loslassen kann. Falls dein Liebling derzeit wie aus heiterem Himmel einen Wutanfall nach dem anderen bekommt und sich kaum beruhigen lässt, wünschen wir dir Folgendes: Die Gewissheit, dass du nicht alleine bist und vor allem viel Geduld und Durchhaltevermögen. Auch wenn es dir vermutlich sehr schwerfallen mag und viel Kraft von dir verlangt, bedenke immer, wie elementar jedes einzelne Gefühl für die Entwicklung deines Kindes ist.

Was du bei einem (öffentlichen) Wutanfall dennoch versuchen kannst, um dein Kind bestmöglich in diesem zu begleiten, ist Folgendes:

  • Deine Hilfe anbieten: „Was brauchst du jetzt gerade?“ – „Möchtest du, dass ich dich in den Arm nehme?“
  • Alternativen anbieten: „Wollen wir ein wenig auf den Spielplatz gehen und uns bewegen?“ – „Sollen wir nach Hause gehen und uns dort etwas ausruhen?“
  • Dein Kind in seinen Emotionen ernst nehmen: Dem Kind beobachtend Zuwendung vermitteln und den Wutanfall abwarten. Danach benennen, was du gesehen hast: „Du warst vorhin richtig wütend, weil wir nach Hause mussten. Das habe ich gespürt.“
  • Dem Kind vorleben, wie man selbst mit Wut umgeht: „Wenn ich wütend bin, dann hilft es mir manchmal, meine Wut in die Natur hinauszurufen, ich zeige es dir einmal.“
  • Danach Bilderbücher zum Thema „Wut“ anschauen, um den Umgang mit dieser Empfindung zu schulen: „Was glaubst du, wie geht es dem Fisch, wenn er dieses Gesicht macht?“

Falls dein Kind zu anhaltenden, langfristigen und wiederholten Wutanfällen neigt, die den Familienalltag stark belasten, raten wir dir eine Begutachtung bei der Kinderärztin/dem Kinderarzt in Anspruch zu nehmen, um mögliche unerkannte Stressfaktoren sowie organische oder psychische Ursachen abklären zu lassen.

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Wie kann ich mein 15 Monate altes Kind beschäftigen/fördern?

Im Folgenden haben wir dir eine Liste mit Beschäftigungen zusammen gestellt, die auf die Förderung von Kindern im 15. Monat abgestimmt ist:

  • sich um Pflanzen und (Haus-)Tiere gemeinsam kümmern: Pflege- und Sorgespiele anregen
  • mit dem Kleinkind Kuchen backen/Salzteig backen und ihm die Ausstechformen geben, damit es sich ausprobieren kann (Feinmotorik, geistige Entwicklung, emotionale Entwicklung)
  • Ein großes Blatt Papier auf dem Fußboden festkleben und dem Kind Farbe zum Malen geben (Kreativität, Erweiterung der Spiel-Schemata Wischen, Verstreichen, Fühlen)
  • Eine große Wasserwanne mit kleinen Behältern, Löffel und Förmchen füllen, um das Spiel-Schemata „Umschütten, Einschütten“ zu unterstützen
  • Einen Topf mit ungekochten Nudeln füllen und dazu Sachen zum Umschütten anbieten. Auch hier können verschiedenste Spiel-Schemata ausprobiert und die Sensomotorik gefördert werden
  • hautfreundlichen Rasierschaum in eine Wanne füllen und das Kind darin matschen lassen, wenn es das möchte (Förderung der Sensomotorik und Feinmotorik)
  • Das Kind zwischen zwei Optionen entscheiden lassen, um die Willensbildung zu unterstützen: „Willst du heute lieber in den Park oder auf den Spielplatz?“
  • Das Kind fragen, ob es beim Tischdecken mithelfen möchte: Die emotionale Entwicklung des „Helfen Wollens“ unterstützen
  • mehr Alltagsgegenstände als tatsächliches Spielzeug anbieten und sehen, was geschieht

🎧 Podcast: Weniger Spielzeug – wie Kinder davon profitieren

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Quellen

  • Graf, Danielle, Seide, Katja (2016). Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn. Der entspannte Weg durch Trotzphasen (12. Auflage 2017). Weinheim Basel: Verlagsgruppe Beltz.
  • Hetty van de Rijt, Frans X. Plooij, Xaviera Plas-Plooij: Oje ich wachse!: Von den 10 „Sprüngen“ in der mentalen Entwicklung Ihres Kindes während der ersten 20 Monate und wie Sie damit umgehen können. Mosaik Verlag, überarbeitete Neuausgabe (27. Mai 2019)
  • Largo, Remo H. (2016). Babyjahre. Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren (18. Auflage). München/Berlin: Piper Verlag GmbH.
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2022): Entwicklung. https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/entwicklungsschritte/ (abgerufen am 28. Juni 2022)
  • World Health Organisation (2022): The WHO Child Growth Standards. https://www.who.int/toolkits/child-growth-standards/standards (abgerufen am 23. Juni 2022)
  • Bilder:

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