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Eine Massage in der Schwangerschaft reduziert Ängste und Stress

Massage in der Schwangerschaft
Wohltuend: eine Massage in der Schwangerschaft / Bild © Africa Studio, Adobe Stock

Liebst du entspannende Massagen auch so sehr wie wir? Dann haben wir eine gute Nachricht für dich: Gegen eine Massage in der Schwangerschaft spricht bei einem normalen Verlauf gar nichts. Im Gegenteil, sie hat sogar viele Vorteile. Wir beantworten die wichtigsten Fragen dazu.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Massage in der Schwangerschaft hat viele Vorteile: Sie fördert die Durchblutung, löst Verspannungen und steigert das Wohlbefinden.
  • Studien zeigen außerdem: Massagen lindern Ängste, Stress und Depressionen.
  • Du kannst dich in jedem Trimester professionell massieren lassen.
  • Suche dir einen erfahrenen Masseur, der/die sich mit der Massage von Schwangeren auskennt.
  • Achtung: Bei einer Neigung zu vorzeitigen Wehen und anderen Komplikationen raten Ärzte und Therapeuten von professionellen Massagen ab.

Darf ich mich in der Schwangerschaft massieren lassen?

Die Fragen haben wir ja oben schon beantwortet: Ja, das darfst du! Am besten von einem erfahrenen Fachmann oder einer Fachfrau im Hinblick auf Schwangerschaftsmassagen. Allerdings gibt es auch hier, wie bei so vielem anderen, auch Ausnahmen. Fangen wir doch einfach damit an, schließlich interessiert dich die Frage nach dem „Darf ich?“ sicher am meisten. 

Eine Massage in der Schwangerschaft kann sehr wohltuend und entspannend sein. Aber bei einer Risikoschwangerschaft solltest du vorher mit deiner Hebamme und/oder deiner Frauenärztin sprechen, ob sie dir eine Massage ruhigen Gewissens empfehlen können.

Bei folgenden Schwangerschaftsbeschwerden werden sie normalerweise von einer Schwangerschaftsmassage abraten:

  • vorzeitige Wehen
  • eine Plazenta praevia
  • eine Gebärmutterhalsschwäche (Zervixinsuffizienz)
  • Wachstumsstörungen des Fetus
  • einer Neigung zu Krampfadern
  • entzündlichen oder infektiösen Erkrankungen
  • Diabetes / Schwangerschaftsdiabetes
  • Autoimmunerkrankungen

Solltest du das ärztliche Go bekommen, kannst du dir eine Massagepraxis suchen, die auf Schwangerschaftsmassagen spezialisiert ist. Erkundige dich dort zur Sicherheit noch einmal, ob sie spezielle Ausschlusskriterien haben und ob du darunter fällst, damit es zum ersten Termin keine böse Überraschung gibt.

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Kann eine Massage vorzeitige Wehen auslösen?

Immer wieder wird davor gewarnt, dass Druck auf bestimmte Triggerpunkte am Bauch oder am Kreuzbein vorzeitige Wehen auslösen könnten. Jedoch ist diese Annahme sehr umstritten, da es keine wissenschaftlichen Belege für dafür gibt. Inzwischen weisen einige Therapeuten und Ärzte darauf hin, dass, sollten Massagen wirklich einfach so Wehen auslösen können, keine Frau mehr Medikamente bräuchte für einen Schwangerschaftsabbruch oder eine Einleitung der Geburt. Das ist jedoch nicht der Fall.

Leidest du unter einer der oben genannten Komplikation, besprich das Thema Massagen auf jeden Fall mit deiner Ärztin/deinem Arzt. Am Ende solltest du immer auf den Experten hören, der dich, deine Ausgangssituation und die möglichen Risiken ganz genau kennt.

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Ab wann kann ich mich massieren lassen?

Im Grunde kannst du dich in jedem Trimester professionell massieren lassen. Wichtig ist nur, dass der/die Massierende von der Schwangerschaft weiß. Das gilt vor allem in der frühen Schwangerschaft, wenn vom Babybauch noch nichts zu sehen ist. 

Gegen eine Massage in der Frühschwangerschaft spricht nichts, solange keine der oben genannten Kontraindikationen vorliegt. Im Gegenteil, gerade in den ersten Wochen kann eine Massage richtig guttun. Ihre durchblutungsfördernde Wirkung regt den Kreislauf an, was Schwindel und Kopfschmerzen vorbeugt. Sie kann Unsicherheit und Ängste reduzieren und mitunter sogar Übelkeit lindern. Allerdings bieten manche Therapeuten Massagen erst ab dem 2. Trimester an, wenn die Schwangerschaft stabiler ist.

Im 2. und 3. Trimester können Massagen Verspannungen durch die zunehmende veränderte Körperhaltung lösen. Außerdem können sie Verdauungsproblemen und Wassereinlagerungen entgegenwirken.

Was gibt es bei der Schwangerschaftsmassage zu beachten?

Wir raten dir dringend, dich für eine professionelle Massage in der Schwangerschaft nur in erfahrene Hände zu begeben. Erfahrene Masseure/Masseurinnen wissen genau, welche Massageformen sich für Schwangere eignen und welche Techniken sie in welchem Trimester anwenden können. 

Eine entspannende Wohlfühlmassage kann natürlich auch dein Partner, deine Freundin, deine Mutter oder jeder andere übernehmen, dem du vertraust. Sie sollten jedoch von tiefem, festen Kneten und Druck absehen und eher sanft streichend massieren. Die Bauchregion sollten sie dabei auslassen.

Position

Eine weitere Besonderheit ist, dass Massagen in der Schwangerschaft nicht in Bauch- und nicht in Rückenlage (Stichwort: Vena-cava-Syndrom) ausgeübt werden. Das gilt auch schon in der Frühschwangerschaft. Stattdessen finden sie in Seitenlage, im Vierfüßerstand oder im Sitzen statt. Manchmal hat der Massierende eine spezielle Liege für Schwangere mit einem Ausschnitt für den Bauch. Dann könnte auch in Bauchlage massiert werden.

Massagetechniken

Zu den geeigneten Massageformen für Schwangere gehören streichende, reibende und knetende Handgriffe an Füßen, Händen, dem Bereich des Kreuzbeins (häufiger Ausgangspunkt für Rückenschmerzen), Kopf, Nacken und den Schultern. Auch Massagen der Arme und Beine sind möglich. Hier werden jedoch keine tiefen Massagegriffe angewendet, sondern eher kreisende, streichende Bewegungen, die den Blut- und Lymphfluss anregen. 

Massage-Öle

Nicht jedes Öl eignet sich für die Massage von Schwangeren. Erfahrene Fachmänner und -frauen wissen auch das. Sie werden deshalb auf ätherische Öle mit Zimt, Nelken oder Ingwer verzichten, die sie eine Wehen-anregende Wirkung haben sollen. Stattdessen greifen sie beispielsweise zu Arnika- oder Johanniskrautöl.

Was kann eine Massage in der Schwangerschaft bewirken?

Jetzt kommt der schönste Teil: Was können Massagen in der Schwangerschaft leisten? Massagen haben so viele Vorteile für den Körper, dass man sie sich wirklich öfter gönnen sollte. Nicht nur, aber vor allem in der Schwangerschaft. Dazu zählen:

  • Verbesserung der Durchblutung
  • Lösen von Verspannungen (zum Beispiel bei Rücken-, Nacken- und Kopfschmerzen)
  • Anregung des Stoffwechsels und der Verdauung
  • Anregung des Lymphflusses (und damit Entgegenwirken von Wassereinlagerungen)
  • Verbesserung der Elastizität des Gewebes
  • Festigung der Muskeln
  • Erhöhung der Entspannungsfähigkeit 
  • Verbesserung des Schlafs

Das alles sorgt dafür, dass wir uns nach einer Massage einfach besser fühlen. Aber hättest du gedacht, dass Massagen neben dem Wohlbefinden auch die Psyche positiv beeinflussen können? In der Schwangerschaft können sie sogar kleine Wunder bewirken, das wurde in vielen Studien nachgewiesen.

Massagen in der Schwangerschaft wirken gegen Stress, Ängste und Depressionen

So zeigen zum Beispiel Untersuchungen von 2009 und 2021, dass eine mehrwöchige Massagetherapie in der Schwangerschaft Stress, Ängste und sogar schwere Depressionen lindern kann. Das ging aus Selbsteinschätzungen der werdenden Mütter hervor, aber konnte auch klinisch am Cortisolspiegel der Frauen nachgewiesen werden. Eine Studie von 2022 zeigte zudem, dass explizit die Anspannung und Angst vor der Geburt durch Massagen gelindert werden kann.

Cortisol ist ein Stresshormon. Wird es anhaltend und in übermäßigem Maß ausgeschüttet, kann das in der Schwangerschaft unter anderem zu vermehrten Schmerzen, Übelkeit, Bluthochdruck oder vorzeitigen Wehen führen. Und auch dad Ungeborene bleibt vom Stress der Mutter nicht verschont. Es steigen die Risiken für eine Frühgeburt, ein geringes Geburtsgewicht und Entwicklungsstörungen.

Mehr darüber liest du in unserem Artikel: Stress in der Schwangerschaft.

In den oben genannten Studien und vielen weiteren Untersuchungen zeigten Massagen neben den positiven Effekten auf die Mutter auch positive Effekte auf das Ungeborene. So sank bei einer Massagetherapie das Frühgeburtsrisiko und die Babys hatten nach der Geburt weniger Anpassungsstörungen.

Wir haben sogar eine Studie gefunden, die auch Vorteile für den Partner belegte, wenn er/sie die schwangere Partnerin regelmäßig massierte. Auch bei ihm/ihr sanken Ängste und die Paarbeziehung wurde als positiver wahrgenommen. Also beziehe auf jeden Fall deinen Partner/deine Partnerin mit ein!

Was kostet eine professionelle Schwangerschaftsmassage?

Das ist ganz unterschiedlich und variiert von Region zu Region, sowie von Masseur zu Masseur. Je nach Länge der Anwendung musst du dich auf etwa 30 bis 60 Euro pro Sitzung einstellen.

Bei Beschwerden wie Rückenschmerzen und Verspannungen, kann dir deine Frauenärztin/dein Frauenarzt eventuell Massagen verschreiben. Dann würde die Krankenkasse die Kosten (zum Teil) übernehmen. Informiere dich ruhig auch ohne Rezept bei deiner Krankenkasse, ob sie für Massagen in der Schwangerschaft ein Budget bereitstellt. 

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Hast du noch Fragen zur Massage in der Schwangerschaft? Dann schreib und gern einen Kommentar!

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Quellen

✔ Inhaltlich geprüft am 26.01.2023
Dieser Artikel wurde von Emely Hoppe geprüft. Wir nutzen für unsere Recherche nur vertrauenswürdige Quellen und legen diese auch offen. Mehr über unsere redaktionellen Grundsätze, wie wir unsere Inhalte regelmäßig prüfen und aktuell halten, erfährst du hier.

Veröffentlicht von Carolin Severin

Carolin ist Mama einer Tochter im Kindergartenalter und leidenschaftliche Familien-Redakteurin. Sie beschäftigt sich schon seit 10 Jahren hauptberuflich mit allem, was (werdende) Eltern interessiert. Bei Babelli versorgt sie euch mit Informationen und News rund ums Thema Schwangerschaft. Dabei ist es ihr besonders wichtig, komplexe medizinische Themen verständlich und sensibel aufzubereiten und dabei möglichst Sorgen und Ängste zu nehmen. Dafür arbeitet sie eng mit unserer Expertin Hebamme Emely Hoppe zusammen.

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